Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Regeln in der Brut- und Setzzeit Warum in Wilhelmshaven Hunde vielerorts an die Leine müssen

Wer seinen Hunden in der Brut- und Setzzeit freien Lauf lassen will, ist in Wilhelmshaven auf den ausgewiesenen Hundefreilaufflächen am Heuweg und an der Möwenstraße auf der sicheren Seite.

Wer seinen Hunden in der Brut- und Setzzeit freien Lauf lassen will, ist in Wilhelmshaven auf den ausgewiesenen Hundefreilaufflächen am Heuweg und an der Möwenstraße auf der sicheren Seite.

Björn Lübbe

Wilhelmshaven - Hundehalter kennen das schon: Zur jährlichen Brut- und Setzzeit vom 1. April bis 15. Juli gehören ihre Vierbeiner in der freien Landschaft an die Leine. In Wilhelmshaven ändert sich dadurch in vielen Bereichen allerdings gar nichts. Der Grund: In Parks, öffentlichen Plätzen und Schutzgebieten der Jadestadt gilt ohnehin das ganze Jahr über Anleinpflicht.

Vielerorts das ganze Jahr Leinenpflicht

Tabu sind freilaufende Hunde somit das ganze Jahr über im Stadtpark, Kurpark und Brommygrün, ebenso im Grünen Ring in Fedderwardergroden und Flensburger Grün in Heppens. An Spielplätzen, auf Friedhöfen und in Schutzgebieten gehören Hunde ebenfalls das ganze Jahr über an die Leine. So ist es in der städtischen Satzung über die Benutzung von öffentlichen Anlagen der Stadt Wilhelmshaven und den Verordnungen für die Schutzgebiete geregelt.

In den Schutzgebieten müssen Hunde ebenfalls ganzjährig über an die Leine, Wege dürfen nicht verlassen werden. Betroffen sind das Naturschutzgebiet „Bordumer Busch“, die Landschaftsschutzgebiete „Maade – Barghauser See – Fort Rüstersiel“ und „Hessens“ sowie die Geschützten Landschaftsbestandteile „Fläche südwestlich vom Rüstringer Berg“, „Fort-Schaar-Graben“ innerhalb des Gehölzstreifens und „Ehemalige Sandentnahme südlich Neuer Breddewarder Weg“. „Die Naturschutzgebiete „Voslapper Groden“ Nord und Süd dürfen generell nicht betreten werden, also auch und erst recht nicht von unangeleinten Hunden“, erklärt Julia Muth, Sprecherin der Stadt Wilhelmshaven

„Kein Kavaliersdelikt“

„Dass sich an diese Regel nicht alle halten, beobachten Mitarbeitende der Stadtverwaltung und der Technischen Betriebe Wilhelmshaven immer wieder“, erklärt Muth. Betroffene würden zuweilen statt mit Einsicht mit Beschimpfungen und Unverständnis reagieren. „Beim leinenlosen Gassigehen handelt es sich aber nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann.“

Bei der Anleinpflicht gehe es nicht um Diskriminierung von Hundehaltern, sondern um den Schutz wildlebender Tiere und Rücksichtnahme auf anderen Besucher der Grünanlagen. „Die Anleinpflicht gehört zu einer Reihe von Regeln, die aufgestellt wurden, um in den öffentlichen Anlagen ein rücksichtsvolles Miteinander zu gewährleisten“, sagt Muth. „Das heißt konkret, dass an diesen Orten eben jeder auf seine Kosten kommen soll, ohne sich dabei übermäßig von anderen gestört zu fühlen – sprich: alle sind angehalten, gegenseitig Rücksicht zu nehmen.“


Ausweichen sollen Halter mit ihren Hunden auf die Freilaufflächen am Heuweg (bei Hornbach) und an der Möwenstraße. Dort können die Tiere das ganze Jahr über – und somit auch während der Brut- und Setzzeit - ohne Leine toben und rennen. Die Hundefreilauffläche am Heuweg darf allerdings ausschließlich täglich von 7 bis 22 Uhr benutzt werden. Außerhalb dieser Zeit ist die Benutzung untersagt.

Brut- und Setzzeit

Der Naturschutzbund (NABU) appelliert nicht nur an Hundehalter, sich in der Brut- und Setzzeit in freier Natur noch rücksichtsvoller zu verhalten. „Manche Tierarten, wie beispielsweise Hase oder Schwarzwild, haben bereits Nachwuchs. Bei anderen Arten sind die weiblichen Tiere zu der Zeit tragend und dementsprechend in ihrer Fluchtmöglichkeit stark eingeschränkt“, erklärt der Nabu. Auch am Boden brütende Vogelarten wie Ente, Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche würden jetzt ihre Brut- und Aufzuchtzeit beginnen und dürften nicht gestört werden.

Der NABU Niedersachsen appelliert, schon jetzt besondere Rücksicht zu nehmen. Aufgrund des Klimawandels und der damit zusammenhängenden früher beginnenden Vegetationsperiode beginne die Brut- und Setzzeit häufig schon deutlich vor dem offiziellen Start im April.

Übrigens: Naturschützer appellieren auch an Katzenhalter, ihren Tieren in der Brut- und Setzzeit den Freigang zu limitieren.

Stephan Giesers
Stephan Giesers Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung
Artikelempfehlungen der Redaktion
So sieht einer der zehn neuen Operationssäle im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg aus.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS OLDENBURG Mehr Operationen, Jobs und Patienten – EV nimmt zehn neue Operationssäle in Betrieb

Anja Biewald
Oldenburg
Spannender Lesestoff auf über 50 Seiten: Die erste Ausgabe des neuen Magazins „Tatort Nordwesten“ ist ab sofort erhältlich. Als ePaper kostet das Magazin 5,90 Euro.

TRUE-CRIME-HEFT „Tatort Nordwesten“ als Magazin ab sofort im Shop und ab Montag in den Geschäftsstellen erhältlich

Nicolas Reimer
Im Nordwesten
Podcast
Verlässt im Sommer den VfB: Marcel Appiah

NEUE FOLGE NORDWESTKURVE Warum der VfB Oldenburg seine Verjüngungskur vorantreibt

Lars Blancke Sarom Siebenhaar
Oldenburg
Haben das Demokratiefest am 11. Mai in Schortens aus Sicherheitsgründen abgesagt: die Veranstalter (von links) Detlef Kasig, Axel Homfeldt und Wolfgang Ottens.

SICHERHEITSGRÜNDE Veranstalter sagen Fest für Demokratie in Schortens ab

Jever
Da hofften sie noch auf ein buntes Familienfest (von links): die Initiatoren von „Rock durch die Mitte“ Detlef Kasig (SPD), Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne).

DEMOKRATIE-FEST IN SCHORTENS ABGESAGT Initiatoren sehen Sicherheit am 11. Mai gefährdet

Jeversches Wochenblatt
Schortens