Wilhelmshaven - Ende Dezember bezog jede zwölfte erwerbsfähige Person in Wilhelmshaven Grundsicherung beziehungsweise Bürgergeld. Das entspricht 8,5 Prozent. 3279 Personen war laut Statistik der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven demnach im Bereich des Sozialgesetzbuches II (SGB II) arbeitslos gemeldet. Damit liegt allein dieser Anteil in der Jadestadt höher als die gesamte Arbeitslosigkeit in allen anderen Geschäftsstellen des Bezirkes.

Insgesamt hat sich das Zahlenwerk in Wilhelmshaven leicht verschlechtert. So stieg die Gesamtarbeitslosigkeit von 10,8 auf 11,2 Prozent, die der Betroffenen im Rechtskreis SGB II von 8,4 auf 8,5 Prozent. Gleichwohl liegt diese Entwicklung in Trend, wenn auch auf deutlich höherem Niveau. Weil viele saisonabhängige Gewerbe, zum Beispiel im Tourismus oder im Gartenbau während der Wintermonate Personal freistellte, steige die Zahl der Arbeitslosen in den Wintermonaten typischerweise, sagt Dr. Thorsten Müller, Leiter der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven. Besonders stark betroffen seien dann vor allem Landkreise, in denen diese Branchen besonders stark vertreten seien. Dazu gehöre zum Beispiel auch der Landkreis Friesland. Dort setzte sich der leichte Anstieg aus den vergangenen beiden Monaten fort, bewegte sich Ende Dezember mit 5,0 Prozent aber weiter in einem moderaten Bereich und liegt weiter deutlich unter dem Durchschnitt des gesamten Bezirks (6,2 Prozent).

Sowohl im SGB III- als auch in SGB II-Bereich ist die Altersgruppe zwischen 25 und 50 Jahren in Wilhelmshaven die mit Abstand größte. Bei den Beziehern von Grundsicherung/Bürgergeld sind es knapp 60 Prozent, das klassische Arbeitslosengeld erhalten nahezu die Hälfte. Darüber hinaus hat jeder Dritte im SGB II-Rechtskreis keinen deutschen Pass.

Zum Jahresende hatte die Arbeitsagentur Wilhelmshaven 907 freie Stellen im Bestand, fast alle (897) in sozialversicherungspflichtigen Sektor. Von den Letztgenannten könnten 830 bei entsprechender Qualifikation sofort besetzt werden. Den größten Personalbedarf melden fertigungstechnische Berufe (177), gefolgt von medizinischen und nicht-medizinischen Gesundheitsberufen. Umgekehrt stammen die meisten arbeitslos Gemeldeten aus Verkehrs- und Logistikberufen (729), an zweiter Stelle folgen die Handelsberufe (464). Aber auch bei den stark nachgefragten fertigungstechnischen Berufen (146) sowie medizinischen und nicht-medizinischen Gesundheitsberufen (219) gibt es viele Unversorgte.

Lutz Rector
Lutz Rector Stellv. Redaktionsleitung, Wilhelmshavener Zeitung