Wilhelmshaven - Wilhelmshaven behält unter den neun Geschäftsstellen im Agenturbezirk Oldenburg-Wilhelmshaven in Sachen Arbeitslosenquote weiter die rote Laterne. Im August lag die Quote laut Agentur für Arbeit bei 11,2 Prozent – ein Anstieg um 0,3 im Vergleich zum Vorjahresmonat (2022: 10,9). Allerdings, so Dr. Thorsten Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, sei dieser Anstieg – wie bereits im Juli – saisontypisch, da unter anderem viele Schülerinnen und Schüler noch auf den Start ihrer Ausbildung warten beziehungsweise erst in Kürze das neue Semester an der Hochschule beginnt.

Im Vergleich zum Juli stieg die Zahl der Arbeitslosen um weitere 58 auf jetzt 4286. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind es 98 Arbeitslose mehr. Auffällig bleibt, dass den Großteil mit 40,7 Prozent weiterhin die Langzeitarbeitslosen ausmachen, eben jene, die seit mindestens einem Jahr keiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen sind. Schaut man auf die Berufssegmente, zeigt sich, dass mit 16,7 Prozent (714) vor allem der Bereich der Verkehrs- und Logistikberufe einen Großteil der Arbeitslosen ausmacht, gefolgt von Handels- (467) und Reinigungsberufen (436).

Dennoch herrscht grundsätzlich viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Seit Jahresbeginn stehen 6279 Abgängen bisher 6344 Zugänge aus beziehungsweise in Arbeitslosigkeit gegenüber. Zudem mangelt es auch weiterhin nicht an Arbeitsstellen: Davon zählt die Geschäftsstelle in Wilhelmshaven nämlich aktuell 1032, darunter 1013 sozialversicherungspflichtige. 945 dieser vorhandenen Arbeitsstellen sind demnach direkt zu besetzen.

Ebenfalls gestiegen ist die anteilige SGB II-Arbeitslosenquote, die in den vergangenen Monaten bei 8,4 Prozent stagnierte und inzwischen bei 8,7 Prozent liegt. Das bedeutet, dass von den 4286 Arbeitslosen allein 3353 in die Zuständigkeit des Jobcenters fallen und Transferleistungen wie Bürgergeld beziehen.

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich. Bei den deutschen Staatsbürgern in Wilhelmshaven nahm die Zahl der Arbeitslosen im August zum Vorjahresmonat leicht ab (minus 1,0 Prozent), mit Blick auf die Ausländer gibt es jedoch ein deutliches Plus von 12 Prozent. Nach wie vor hat dabei der Zuzug ukrainischer Flüchtlinge großen Einfluss auf die Zahlen. Wenngleich sie grundsätzlich direkt eine Arbeitsgenehmigung bekommen, müssen zunächst bestehende Sprachbarrieren überwunden werden, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können.

Michael Hacker
Michael Hacker Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung