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ARBEITSMARKT Bedarfsgemeinschaften nehmen stetig zu

NORBERT CZYZ

wilhelmshaven/friesland

Ruhe auf den Baustellen wegen des kalten Wetters, zu wenig Übernahmen von jungen Leuten nach dreieinhalbjähriger Handwerksausbildung und der frühe Stichtag 17. Februar für die Erstellung der Monatsstatistik sind nach Ansicht von Peter Lutz, Leiter der Arbeitsagentur Wilhelmshaven-Friesland, verantwortlich für den geringfügigen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bezirk.

Zum Stichtag 17. Februar waren 12 339 Wilhelmshavener und Friesländer arbeitslos, 115 mehr als im Januar. Dadurch stieg die Quote im Bezirk von 14,5 auf 14,6 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 17,6 Prozent. Die Hauptagentur Wilhelmshaven – hier wurde im Februar 2005 eine Quote von 21 Prozent ermittelt – kam jetzt auf 16,8 Prozent nach 16,6 Prozent im Vormonat.

So unerfreulich die Zunahme an Arbeitslosen sei: Der habe sich im Vergleich zu den Nachbarämtern Bremerhaven (Quote 16,2) und Emden (15,2) relativ verbessert.

Nahezu unverändert blieb das Verhältnis von Langzeitarbeitslosen – derzeit beziehen im Bezirk 7549 Menschen Leistungen auf der Basis der Hartz IV-Gesetzgebung – zu denjenigen, die Anspruch auf das klassische Arbeitslosengeld II haben. Deren Zahl liegt im Bezirk bei 4790. Sie hat sich um 40 erhöht, die Zahl der Hartz IV-Empfänger stieg um 75.

Unerfreulich für die Kassen der Agentur und erst recht für die Kassen der Kommunen ist die Tatsache, dass auch im Februar die Zahl der Bedarfsgemeinschaften gestiegen ist. Von 6528 auf 6608 in Wilhelmshaven und von 4238 auf 4351 in Friesland, insgesamt 10 959. Im Juni 2005 waren es 10 048. Die Entwicklung bedeutet Mehraufwand an Wohngeld, von dem die Kommunen zwei Drittel zu tragen haben.

Mit den jüngsten Zahlen aus der Arbeitsagentur Wilhelmshaven-Friesland hat Lutz Analysen des ZDF-Magazins „WISO“ widersprochen, wonach viele von den Arbeitsagenturen angebotenen Stellen „schon längst vergeben“ seien. Wie er erklärte, könne er nicht verstehen, wie „WISO“ solche Äußerungen aufgrund einer Untersuchung treffen könne, die am 10. Februar 2005 veröffentlicht worden sei auf der Basis von Zahlen vom Sommer 2004.


Er habe sofort alle derzeit dem Arbeitsamt bekannten 1310 unbesetzten Arbeitsplätze im Bezirk überprüfen lassen. Dabei sei festgestellt worden, dass lediglich bei 45 Stellen der Kontakt zum Auftraggeber, also dem Arbeitgeber, länger als drei Wochen zurückliege.

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