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Benefizkonzert in Wilhelmshaven Den Opfern in Israel Stimme und Hoffnung geben

Henning Karasch
Artem Kanke und Yevgeny Sapozhnikov (re.) eröffneten den Abend mit „Nach einem Traum“ von Gabriel Fauré in der Wilhelmshavener Christus- und Garnisonkirche.

Artem Kanke und Yevgeny Sapozhnikov (re.) eröffneten den Abend mit „Nach einem Traum“ von Gabriel Fauré in der Wilhelmshavener Christus- und Garnisonkirche.

Henning Karasch

Wilhelmshaven - Der Terrorangriff der Hamas auf Israel mit Hunderten Toten und Entführten war Anlass eines Benefizkonzertes in der Christus- und Garnisonkirche. Spenden gingen an das Kibbuz Nir Oz, das am 7. Oktober als Erstes angegriffen wurde.

Der Wilhelmshavener Cellist Yevgeny Sapozhnikov hatte seine Musikerfreunde Artem Kanke, Roman Salyutov und Daria Chornenka, Piano, sowie Alexander Lifland, Geige, eingeladen. Mit „Nach einem Traum“ von Gabriel Fauré eröffneten Sapozhnikov und Kanke ruhig-melancholisch den Abend. „Wir stehen zu Euch und nehmen Position ein“, versicherte Pastor Frank Morgenstern. Wenn auch statt 260 Gästen zum Pogromgedenken am Vorabend diesmal nur 80 Gäste erschienen waren, sei man doch in Gedanken verbunden an einen Schrecken, der ganz weit weg und doch ganz nah sei.

Den Opfern gedenken

Nach Daria Chornenkas „Poem Legend op. 12 Nr.1“ von Viktor Kosenko drückte Sapozhnikov seine besondere Freude aus, dass sich so viele Menschen für die Israelhilfe engagierten. „Ich habe ein Déjà-vu. Vor anderthalb Jahren gab ich hier mit Artem Kanke ein Statement für die Ukraine. Es schmerzt mich genauso, dass am 7. Oktober meine zweite Heimat Israel angegriffen wurde. 2000 bin ich mit meiner Familie aus der Ukraine repatriiert, habe in Israel studiert und erste wichtige Schritte meiner musikalischen Karriere gemacht. Viele kennen mich als Ukrainer, ich bin aber auch stolzer Israeli“, erklärte der Cellist sein Anliegen, zu helfen und der Opfer zu gedenken. An den Kirchenbänken hingen Bilder der Entführten.

An den Kirchenbänken hingen Plakate mit Fotos und Texten zu Entführten.

An den Kirchenbänken hingen Plakate mit Fotos und Texten zu Entführten.

Die Melodie „Abodah“ von Ernest Bloch ließen Alexander Lifland und Roman Salyutov wie aus dem Nichts entstehen, sie lag zwischen Schwermut und Dramatik.

Emotionale Worte für Israel

„Das Wort Pogrom macht wieder die Runde, und das war dieser Angriff im allerschlimmsten Sinne des Wortes“, sagte Roman Salyutov, zugleich zweiter Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Köln. „Der Terror ist älter als der jüdische Staat, und egal, über welche Grenze man spricht, der Terror war da. Musste Israel einen solch hohen Preis an Menschenleben zahlen, damit die Mehrheit nicht stumm bleibt?“, fragte der Pianist. Die israelische Armee verteidige nicht weniger, als dass das Land auf der Karte bleibe. Hamas habe einen Angriff auf die Juden weltweit und die zivilisierte Gesellschaft unternommen.

„Vor 85 Jahren brannten Synagogen, die Nazis führten jüdische Menschen vom Baby bis zum Greis industrieller Vernichtung zu“, sagte Pastor Moritz. „85 Jahre nach den Pogromen haben jüdische Menschen wieder Angst in Deutschland. ‚Nie wieder‘ ist jetzt“, mahnte er.


Sehr dynamisch trug Daria Chornenka Myroslaw Skoryks „Walzer“ vor. Belebt aufwallend, jedoch auch stark zurückgenommen klang Blochs „Nigun“, erneut vom Duo Lifland und Salyutov. Hoffnungsfroh lebendig war „Simchat Tora“ vom selben Komponisten. Das Kaddisch und die Nationalhymne Israels ließen das Konzert ausklingen.

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