Bremen/Wilhelmshaven - Über die Klage des SV Wilhelmshaven auf Wiedereingliederung in die Fußball-Regionalliga Nord wird voraussichtlich erst im kommenden Jahr entschieden. Das Landgericht Bremen ließ am Donnerstag bei der Verhandlung die Klage zu, äußerte aber erhebliche Zweifel an der Durchsetzbarkeit. Das sagte ein Landgerichts-Sprecher.

Der Club, der inzwischen in der siebtklassigen Bezirksliga spielt, und der beklagte Norddeutsche Fußballverband (NordFV) wollen nun bis Ende Januar über eine mögliche gütliche Einigung beraten. Ansonsten plant das Gericht, am 8. März mitzuteilen, wie es weitergeht. Auch eine Urteilsverkündung ist dann möglich.

Der NordFV will den Verein nicht wieder in die Regionalliga eingliedern. Dabei hatte der Bundesgerichtshof 2016 den einst von der Fifa verhängten und vom NordFV zum Ende der Saison 2013/14 vollzogenen Zwangsabstieg des ehemaligen Regionalligisten für unwirksam erklärt.

Hintergrund des Falls sind nicht gezahlte Ausbildungsentschädigungen für den früheren Wilhelmshavener Spieler Sergio Sagarzazu an zwei argentinische Clubs. Die Wilhelmshavener weigern sich zu zahlen und begannen stattdessen einen jahrelangen Rechtsstreit mit den Verbänden.

Der NordFV argumentiert, der Zwangsabstieg sei gar nicht vollzogen worden, weil der SVW auch auf sportlichem Wege abstieg. Der Verein wiederum führt mangelnde Motivation der Spieler nach der Ankündigung des Zwangsabstieges als Grund für das Abrutschen an. Dem hält der Verband entgegen, dass der SVW in den ersten 19 Saisonspielen, als das Urteil noch nicht verkündet worden war, 19 Punkte geholt habe. Nachdem festgestanden habe, dass der Club am Saisonende absteigen müsse, habe das Team in 15 Spielen immerhin noch 14 Zähler geholt – von einer nachlassenden Motivation könne also keine Rede sein.


Mit 33 Punkten belegte der SVW schließlich den ersten Abstiegsplatz. Der VfR Neumünster hielt mit 34 Punkten dagegen die Klasse.

Nach Ansicht des NordFV hat das Gericht die Auffassung des Verbands „in wesentlichen Punkten“ bestätigt. „Wenn es immer noch möglich ist, diesen Rechtsstreit ohne weitere Instanzen zu beenden, werden wir unser Möglichstes dazu beitragen“, sagte NordFV-Präsident Eugen Gehlenborg aus Garrel (Kreis Cloppenburg).

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)