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LNG-Terminal Wilhelmshaven Konzept zur Minimierung des Chloreinsatzes auf der „Höegh Esperanza“ in Wilhelmshaven liegt vor

Das Wilhelmshavener  LNG-Terminal mit der „Höegh Esperanza“ (l.).

Das Wilhelmshavener LNG-Terminal mit der „Höegh Esperanza“ (l.).

N-Ports/Scheer

Wilhelmshaven - Pünktlich zum 31. August hat der Betreiber des Wilhelmshavener Flüssigerdgas-Terminals sein Konzept zur Minimierung des Chloreinsatzes auf der FSRU „Höegh Esperanza“ eingereicht. Der über 100 Seiten lange Bericht untersucht und bewertet laut Betreiber detailliert verschiedene Verfahren und Methoden zur Verhinderung eines Bewuchses mit Muscheln, Seepocken und anderen im Seewassersystem der schwimmenden Speicher- und Regasifizierungseinheit (FSRU). Ein solcher Bewuchs – auch Biofouling genannt – könne zu Betriebsproblemen wie zum Beispiel Verstopfungen von Rohrleitungen, Wärmetauschern und anderen Anlagen bis hin zu Produktionsausfällen führen.

Das teilte das Unternehmen LNG Terminal Wilhelmshaven (LTeW) auf Anfrage dieser Zeitung mit. LTeW ist ein Unternehmen der Uniper und betreibt das LNG-Terminal an der Umschlaganlage Voslapper Groden (UVG) im Auftrag der Bundesgesellschaft Deutsche Energy Terminal (DET).

Diverse Verfahren analysiert

Es sei eine Vielzahl von biologischen, chemischen, mechanischen und anderen Antifouling-Verfahren hinsichtlich der Umsetzbarkeit auf der „Höegh Esperanza“ analysiert worden. Auch die Impuls- oder Stoßchlorierung, das Ultraschallverfahren und eine Nachbehandlung durch Natriumthiosulfat gehören zu den untersuchten Alternativen. Zentrale Gesichtspunkte bei der Bewertung waren unter anderem die zuverlässige Aufrechterhaltung des FSRU-Betriebs beziehungsweise der Versorgungssicherheit sowie umwelt- und sicherheitstechnische Aspekte.

Wer sich aus dem seinerzeit in der wasserrechtlichen Genehmigung geforderten Konzept eine rasche Lösung für den Verzicht auf die bislang angewandte Elektrochlorierung als Antifouling-Methode erhofft hatte, wird enttäuscht sein. Denn zunächst muss nun die zuständige Überwachungsbehörde, der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), den ihr vorgelegten Bericht untersuchen und bewerten. Einer Entscheidung des NLWKN hinsichtlich der künftig anzuwendenden Antifouling-Methode an Bord der „Höegh Esperanza“ wolle die LTeW nach eigenen Angaben nicht vorgreifen.

Chlormengen geringer als genehmigt

„Wie lange das dauert, kann ich nicht vorhersagen“, sagt dazu Matthias Eichler, stellvertretender Pressesprecher im Niedersächsichen Umweltministerium. „Grundsätzlich ist ja das Ziel eine weitere Reduzierung beziehungsweise Vermeidung der Biozideinleitungen. Verweisen möchte ich darauf, dass wir die bisherigen Ergebnisse der Einleitungsüberwachung transparent veröffentlicht haben. Die Einleitung von Chlor war demnach deutlich geringer als genehmigt.“  


Das Unternehmen LTeW wies darauf hin, dass es unabhängig von den Ergebnissen des Minimierungskonzeptes die Einrichtung eines Biofouling-Monitoring-Systems auf der „Höegh Esperanza“ beauftragt habe. „Dieses soll als sogenanntes Frühwarnsystem dienen und detailliert Aufschlüsse über die Biofouling-Aktivitäten (Bewuchs) im Seewassersystem der FSRU bringen. Ein solches Kontroll- und Überwachungssystem ist für die Erprobung alternativer Verfahren, der Beurteilung der Wirksamkeit neuer Konzepte sowie für den sicheren Betrieb der FSRU eine Grundvoraussetzung“, so LTeW. Mit den erforderlichen lokalen Untersuchungen zum Biofouling-Monitoring solle im Oktober dieses Jahres begonnen werden.

Ein von Umweltschützern gefordertes Ultraschallverfahren zur Bewuchsvermeidung ist bei der zweiten FSRU geplant, die zum Jahresende ihren Betrieb aufnehmen soll. Für eine Umrüstung auf dieses System müsste die „Höegh Esperanza“ auf jeden Fall in eine Werft. Währenddessen stünde das Schiff für die Gasversorgung des Landes nicht zur Verfügung.

Michael Halama
Michael Halama Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung
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