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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

TOURISMUSTAG: Der Klimawandel lässt auch die Inseln wandern

28.09.2007

Auch die Tourismusbranche an der Küste beschäftigt sich mit dem Klimawandel. Wegen des steigenden Meeresspiegels könnten die Strände baden gehen.

von Ulrich Müller-Heinck

wilhelmshaven Inzwischen pfeifen es nicht nur die Spatzen von den – sicheren –

Dächern: CO2-Ausstoß gleich Klimawandel gleich Meeresspiegelanstieg. Die Wissenschaftler werden mittlerweile mit ihren Warnungen und der Aussage, dass der Großteil des Problems von Menschen gemacht ist, ernstgenommen.

So auch am Donnerstagnachmittag in Wilhelmshaven auf dem Tourismustag, den der Tourismusverband Nordsee im „Nautilus“ unter das Schwerpunktthema „Klimawandel und die Auswirkungen auf unsere Nordseeregion“ stellte. Zwei anerkannte Forscher, Prof. Dr. Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut, Bremerhaven, und Prof. Dr. Burghard Flemming vom Senckenberg-Institut, Wilhelmshaven, lenkten die Blicke der zahlreichen Zuhörer aus Tourismuskreisen, Wirtschaft und Politik auf das, was da bereits in einigen Jahrzehnten kommen könnte.

Angesichts der vorgetragenen Daten dürfte es schwer fallen, die Szenarien ins bloße Reich der Spekulation zu verweisen.

Dass deshalb Ideen, Konzepte und bereits konkretes Reagieren notwendig sind, betonten in der Podiumsdiskussion neben den Wissenschaftlern sowohl der niedersächsische Wirtschaftsminister Walter Hirche, der Tourismusverbandsvorsitzende und friesländische Landrat Sven Ambrosy, als auch Wilhelm Loth (Die Nordsee GmbH) und Kurt Radtke (Ostfriesland Tourismus GmbH).

Nicht zuletzt heben die Touristiker auf die Wichtigkeit der Branche mit rund 200 000 Arbeitsplätzen ab. „Tourismus ist der größte Arbeitgeber in Niedersachsen“, sagte Ambrosy und in dieser Region mit einer volkswirtschaftlichen Bedeutung wie in kaum einer anderen.

„Enormes Zukunftspotenzial“ attestierte Oberbürgermeister Eberhard Menzel dem Tourismus in Wilhelmshaven („für die Stadt kein Randthema“) und kündigte die Optimierung der touristischen Einrichtungen an. Ziel: Förderung von Bekanntheitsgrad und Image, mit Schützenhilfe durch den JadeWeserPort.

Minister Hirche plädierte ebenfalls dafür, das Thema Tourismus nicht isoliert von der wirtschaftlichen Entwicklung einer Region zu sehen. Mit 15,6 Millionen Übernachtungen im ersten Halbjahr 2007 stehe Niedersachsen auf Platz vier unter den Ländern. Entsprechend wichtig seien begonnene Forschungsprojekte, die sich mit den Folgen des Klimawandels für den Tourismus beschäftigen.

Im Laufe dieses Jahrhunderts bis zu vier Grad wärmer, trockenere Sommer – diese Prognosen von Professor Lemke bei ungebremstem CO2-Anstieg schienen angesichts des aktuell kühl-nassen Sommers manchem Touristiker fast verlockend. Doch alle wissen um die Gefahr, die Atmosphäre, die in den letzten zehn Jahren den größten CO2-Anstieg der vergangenen 800 000 Jahr hinnehmen musste, endgültig zu überfordern. Schon 2020 dürfte der Schnee auf dem Kilimandscharo von gestern sein und in 50, 60 Jahren kann man laut Lemke von Wilhelmshaven per Schiff auf kurzem Weg nach Tokio fahren – durch die im Sommer eisfreie Arktis. Für Ostfriesland kommt es noch schlimmer als im globalen Durchschnitt, überraschte Prof. Flemming die Zuhörer: Der Meeresspiegelanstieg bis zum Jahr 2100 fällt über die geschätzten 30 bis 60 Zentimeter hinaus um zehn Zentimeter höher aus, wegen der tektonisch bedingten Absenkung der Landmasse.

Sein Vorschlag: Deichsperrwerke mit kontrolliertem Gezeitendurchlass binnenwärts auf brachliegenden Grodenflächen. Und für die Insulaner, denen der Sand unter den Füßen langfristig landwärts entschwindet, der Tipp: Nicht in Strandnähe bauen und Ortschaften notfalls mit den Inseln wandern lassen.

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