Wilhelmshaven - Das Kulturzentrum Pumpwerk ist längst feste Größe, wenn es um Soziokultur und das Thema Migration geht – der perfekte Ort also für eine besondere Premiere.
Am Sonntag, 20. August, wird im Pumpwerk der erste „Diaspora-Preises“ in der Region Wilhelmshaven/Oldenburg verliehen. Vorbild für die Auszeichnung ist der Diaspora-Preis in Bremen.
Die Idee wurde vom Verein Afrika Netzwerk Bremen und einer Initiative des Netzwerkes „dekol Nordwest“ entwickelt. Initiatorin ist Wilma Nyari. „Mit dem Preis sollen Verbände, Initiativen und einzelne Personen mehr Sichtbarkeit und Anerkennung für ihr Engagement in unserer Gesellschaft erhalten“, erklärte sie am Dienstag in einem Pressegespräche mit allen Beteiligten.
Sie weiß: Viele geflüchtete Menschen, die in Wilhelmshaven und der Region eine neue Heimat gefunden haben oder in der Diaspora leben, sind sehr engagiert, allerdings stünden diese Projekte oft nicht im Mittelpunkt der breiten Öffentlichkeit. Genau das müsse sich aber ändern. Die Initiative „deKol Nordwest“ hofft deshalb, dass sich mit Erweiterung über die Grenzen von Wilhelmshaven hinaus auch Menschen und Projekte im Umland dafür gewinnen lassen, sich auf diesen Preis zu bewerben. Das ist bis zum 15. Juli möglich.
Nyari freut sich, mit vielen verschiedenen Kooperationspartnern an einem Strang zu ziehen. Beteiligt sind unter anderem die Stadt Wilhelmshaven und Wilhelmshaven Touristik und Freizeit GmbH sowie Jade Hochschule. Die Schirmherrschaft übernehmen Wilhelmshavens Erster Stadtrat Armin Schönfelder und die niedersächsische Grünen-Landtagsabgeordnete Lena Nzume.
Der Begriff Diaspora bezeichnet religiöse, nationale, kulturelle oder ethnische Gemeinschaften in der Fremde, nachdem ihre Anhänger etwa aufgrund von Krieg und Vertreibung ihre traditionelle Heimat verlassen haben.
Der Diaspora-Preis orientiert sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Insgesamt können sich Einzelpersonen und Institutionen in vier Kategorien bewerben: Soziales und solidarisches Agieren, ökologisch und nachhaltig leben, innovativ wirtschaften und grenzübergreifend zusammenarbeiten.
Bewerbungen einreichen können sowohl Einzelpersonen als auch migrantisch-diasporische Organisationen. Nominiert werden dürfen Projekte in, aber auch außerhalb Deutschlands.
Die Bewerbungsfrist endet am 15. Juli 2023. Bewerbungen sollen an moin@dekol-nordwest.de geschickt werden.
Was ist das Besondere am Diaspora-Preis?
Der Diaspora-Preis orientiert sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Insgesamt können sich Einzelpersonen und Institutionen in vier Kategorien bewerben. Die Themenvielfalt deckt dabei zum Beispiel Bereiche wie Gesundheit, Bildung, Armutsbekämpfung, Frauenrechte, Gleichstellung, nachhaltige Landwirtschaft und gesunde Ernährung ab.
Die Prämierungsfeier beginnt bereits um 14 Uhr mit einem „Markt der Möglichkeiten“ und buntem Programm rund ums Pumpwerk. „Die Veranstaltung steht ganz im Zeichen des Miteinanders“, so die Organisatoren. Institutionen sind mit Infoständen vertreten, lokale Projekte und Träger werden ihre Arbeit präsentieren. Zudem gibt es Snacks und Mitmachaktionen und Spiele für Kinder. Für Musik sorgt das International Vagabond Orchestra.
Die eigentliche Preisverleihung ist von 19 bis 22 Uhr im Pumpwerk. Stefan Gwildis und die Band Grenzgänger machen Musik. Der Eintritt ist frei.
Auf der Bühne werden die Preisträger ihre Projekte vorstellen. Durch das Programm führt Carola Schede.
