• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wilhelmshaven

KULTURKARUSSELL: Ein Ausflug ins bunte „Kulturviertel“

27.08.2007

Das Stadttheater holt mit Wilhelm Tell die Schweiz ans Meer. Aber auch die anderen Vereine und Einrichtungen, die das Kulturkarussel am Sonnabend zum Drehen brachten, haben einiges zu bieten.

VON STEPHAN GIESERS

Wilhelmshaven Der Tross aus Schauspielern der Landesbühne und Musikern der Gruppe „Sambarracuda“ kommt ans Ziel. Pünktlich wie ein schweizer Uhrwerk. Mit Pauken und Trompeten biegen sie in die Virchowstraße ein, schwenken euphorisch Schweizer Nationalflaggen zu brasilianischen Rhythmen.

Es ist der Auftakt zum Kulturkarussell 2007, das am Sonnabend tausende Besucher in Wilhelmshavens „Kulturviertel“ zwischen Stadttheater und Kunsthalle lockte. Das Motto: Schweiz am Meer. Schillers Wilhelm Tell, Premiere am 8. September im Stadttheater, lässt bereits grüßen.

Den ganzen Tag geht es bunt zu zwischen rot-weißen Fahnen. Spanische Folklore der Grupo del Centro Cultural Hispanico und der Gesang „up platt“ des „Theater-am-Meer“-Ensembles sorgen unter anderem für Unterhaltung. Dazu gibt es Informationen zum neuen VHS-Projekt zur Integration von Migranten und Thai-Chi aus Fernost an der Kunsthalle sowie friesische Hausmannskost aus der VHS-Lehrküche, regionale Kunst in der Sezession Nordwest und Peter Pan aus Nimmerland. Mehr Multikulti geht nicht. Zum ersten Mal dabei: Die Christus- und Garnisonkirche und der Christus-Kindergarten mit Bibelgeschichten und Spielen.

Über 25 kulturelle Vereine und Institutionen beteiligen sich am Kulturkarussell und zeigen auch in diesem Jahr, dass die Virchowstraße alles andere als eine hohle Gasse ist. „Wer da noch vor seinem Fernseher sitzt und sich durch die Kanäle zappt, ist selber schuld“, sagt Oberbürgermeister Eberhard Menzel, als er die Veranstaltung gemeinsam mit Landesbühnen-Intendant Gerhard Hess eröffnet. „Die Jadestadt hat kulturell viel zu bieten“, betont Menzel und lobt alle Beteiligten, die das unter Beweis stellen.

Es liegt tatsächlich etwas in der Luft. Der Duft von frisch gebackenen Waffeln und Kaffee am Stand der „Volksbühne“ im Foyer des Theaters zum Beispiel. Oder auch der Geruch gegrillter Bratwürste auf dem Hof. Und Regisseur Dietrich Trapp, Leiter des Jungen Theaters, fliegt sogar durch die Lüfte und schwebt fünf Meter über den Boden der Montagehalle. Als Regisseur des Weihnachtsmärchens „Peter Pan“ sieht er sich in der Pflicht, das ausgeklügelte Fluggerät aus der Werkstatt der Landesbühne selbst zu testen. „Effekt und Sicherheit müssen stimmen“, erklärt Trapp, als er wieder festen Boden unter den Füßen hat.

Trubel herrscht auch in der Theatertischlerei. Die Axt im Haus erspart eben doch nicht den Zimmermann. Allein drei Tischler bauen die Kulissen für die Landesbühne. Fabian Lange-Emden, 10 Jahre alt, darf ihnen zuschauen und sein eigenes Piratenschwert aus Holz feilen. „Das nehme ich mit nach Hause“, erzählt er und kneift konzentriert die Augen beim Schmirgeln zusammen. Nebenan im Malsaal greifen Kinder zu Pinsel und Farbe oder basteln Zauberstäbe mit Feenstaub, während sich die Eltern das neueste Bühnenbild erklären lassen. Ein Podest, auf dem etliche Stühle stehen. Die Wände haben Fenster, die mit vergilbten Seiten aus schweizer Zeitungen verklebt sind. Für welche Inszenierung die Kulisse gedacht ist, will Tischlereileiter Günter Rohlfs aber nicht verraten. „Das ist noch geheim“, sagt er einem Besucher. Nicht, dass sein Intendant noch Theater macht.

Draußen vor dem Stadttheater tanzen gerade die Hip-Hop-Kids der Tanzschule von Oehsen zu flotten Klängen, als einige Meter weiter Bärbel Collingwood, Rosie Röskamm und Sabine Buchmann durch Thai-Chi zu innerer Ruhe finden. Sie stehen entspannt im Grünen an der Kunsthalle und strecken ihre Fächer aus. „Wir warten auf unseren Meister und die anderen Thai-Chi-Teilnehmer“, erzählen sie besonnen. Bis zum großen Auftritt auf der Terrasse der Kunsthalle werden sie eingetroffen sein, ganz im Sinne der Schweizer Pünktlichkeit.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.