Wilhelmshaven - Ex-Schiedsrichter Markus Dr. Markus Merk war jetzt beim 5. Unternehmerforum der Volksbank Wilhelmshaven im Pumpwerk zu Gast.
Zuvor nutzte er die Gelegenheit, Wilhelmshaven als „schöne Stadt“ zu erleben, ein bisschen Geld auszugeben und, wie er meinte, dadurch die hiesige Wirtschaft etwas anzukurbeln. Und als er gleich anfangs auf seine Tätigkeit beim Bezahlsender „ Sky“ zu sprechen kam und den Co-Moderator Lothar Matthäus als „netten Kollegen“ bezeichnete, war klar: das wird ein spannender „Doppelpass“ mit dem Publikum über die Welt des Fußballs, die der „Spielmanager“, wie Merk die Schiedsrichter bezeichnet, und über schnelle Entscheidungen – was das Thema des Unternehmerforums war.
Merk lieferte in 70 Minuten ein Selbstbildnis, das nicht sympathischer hätte sein können. Der Mann, der als Kind mit Sondererlaubnis und einer Schuh-Sonderanfertigung des Modells „Uwe“ bei seinem Heimatverein Kaiserslautern Fußball zu spielen begann, mit zwölf Jahren Schiedsrichter wurde und 2010 Teilnehmer einer Arktis-Expedition war, hat auch eine soziale Ader.
Er hat die Indienhilfe Kaiserslautern ins Leben gerufen. Ein Projekt, das er regelmäßig aufsucht – nicht nur, um Dank zu empfangen, sondern um allen Helfern Danke zu sagen. „Wertschätzung“, und das gehört zur Lebensphilosophie des promovierten Zahnarztes, „macht große Akzeptanz für Nachhaltigkeit“.
Merk berichtete vom „Gänsehaut-Feeling pur“, als er das Eröffnungsspiel im neuen Wembley-Stadion zwischen England und Brasilien leiten durfte; beschrieb die Gefühlslage des Schiedsrichters vor einem Spiel; erklärte, was Kompetenz ausmacht und wie wichtig es ist, das „Umfeld“ genau zu beobachten, um dann in acht oder neun von zehn Fällen schnell und richtig entscheiden zu können, wenn man die Situation selber nicht genau beobachten konnte.
Volksbank-Vorstandssprecher Norbert Philipp hatte den in der ganzen Welt bekannten Gast begrüßt. Zu Beginn der Veranstaltung überreichte Philipp aus dem Erlös des Eintrittskartenverkaufs, den die Volksbank auf 2000 Euro aufgestockt hatte, eine Spende an die Wilhelmshavener Kinderhilfe, die das Geld zur Integration junger Mütter verwenden will.
