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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

Eine schwimmende Basis für Forscher

23.02.2007

wilhelmshaven/mü Die neueste Errungenschaft der Wilhelmshavener Station des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) an der Universität Oldenburg ist „zwar kein Schiff und auch kein Kutter, sondern ein Boot“.

Was der stellvertretende ICBM-Direktor Prof. Hans-Jürgen Brumsack vor der Taufe des sechseinhalb Meter langen Aluminium-Bootes beim Terramare-Forschungszentrum konstatierte, ist gleichzeitig dessen besonderer Vorteil: Als schwimmende Arbeitsplattform kann „Navicula“ optimal im flachen Wattenmeer operieren.

Angesichts des akuten Geldmangels an Universitäten habe man die Finanzierung des Bootes „aus dem Fleisch herausschneiden“ müssen. Dafür wurde es für 75 000 Euro „kein Boot von der Stange“, sondern speziell für die Bedingungen der Forscherarbeit im Wattenmeer konzipiert.

Das mit einem über 100 PS starken Z-Antrieb ausgestattete Boot ist nach den Worten von Dr. Holger Freund, Leiter der ICBM-Meeresstation, hervorragend geeignet, je nach Bedarf eine Reihe verschiedener Geräte zur Messung von Meeresströmungen sowie Probenentnahmeeinrichtungen aufzunehmen. Eineinhalb Jahre der Planung gingen voraus, jetzt stehe das Boot endlich den Arbeitsgruppen für ihre Forschungen zur Verfügung.

Das Boot wird vorwiegend in Wilhelmshaven stationiert sein, „ein Bekenntnis des Instituts zum Standort Wilhelmshaven“, erklärte Prof. Brumsack. Hier werde auch das geplante verstärkte Engagement des ICBM in Wilhelmshaven deutlich, das auf einer Linie mit dem Wunsch der Landesregierung liege, die Meeresforschung zu intensivieren. Hilfreich wird es zunächst bei aktuellen Arbeiten der DFG-Forschergruppe um Prof. Jürgen Rullkötter, Dekan des ICBM, im Wattenmeer bei Spiegeroog sein. Dort untersucht man bereits seit sechs Jahren die Biogeochemie des Watts und erhielt jetzt eine Projektverlängerung für zwei Jahre. Es geht um grundlegende physikalische Vorgänge im Watt, Verlagerung von Sänden, den Einfluss des mittelalterlichen Deichbaus auf Ausschwemmen von Schlick und Eintrag von Sand.

Überdies untersucht man die Funktionen der Lebensversorgung der im Wasser und Sediment des Watts existierenden Bakterien. Die „Navicula“ wird insbesondere den Messpfahl vor der Südwestspitze Spiekeroogs regelmäßig ansteuern.

Der Name, auf den die frühere ICBM-Meeresstationsleiterin Gisela Gerdes das Boot taufte, hat durchaus Sinnbildcharakter: Navicula ist in der Biologie eine schiffsformähnliche Kieselalge, die mittels Schleim über den Wattboden zu gleiten vermag. Die Aluminium-„Navicula“ möge allerdings immer noch die berühmte Handbreit Wasser unter dem Kiel haben, wünschte die Taufpatin.

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Universität Oldenburg | DFG

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