Wilhelmshaven - Die Protagonistin ihres Debüt-Romans führt es quer durch Deutschland an die Nordsee und ganz ähnlich sieht es mit der Autorin Elena Fischer selbst aus. Auf Einladung der Buchhandlung Prien kam die junge Mainzer Schriftstellerin nach Wilhelmshaven, um aus ihrem Erstling „Paradise Garden“ zu lesen und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.

Dass es der Roman, nur eine Woche nach Erscheinungsdatum, unter die Top Ten der Spiegel-Bestsellerliste geschafft hat und darüber hinaus für den Deutschen Buchpreis nominiert gewesen ist, spricht für eine große Leserschaft. Das spiegelte sich nun auch bei der Lesung im Hotel „Schöne Aussicht“ in Rüstersiel wider, denn die war ausverkauft. Die Geschichte, die Elena Fischer in „Paradise Garden“ erzählt, war dem Publikum entsprechend bekannt.

Es geht um das Mädchen Billie, die mit ihrer Mutter in prekären Verhältnissen in einer Hochhaussiedlung wohnt. Trotz aller, vor allem finanzieller Probleme, führen sie ein glückliches und würdevolles Leben. Das ändert sich, als die Großmutter aus Ungarn zu ihnen zieht und immer wieder für Streitereien sorgt. Als Billies Mutter bei einem Unfall stirbt, flüchtet die 14-Jährige. Mit dem Auto macht sie sich auf die Suche nach ihrem Vater und fährt bis an die Nordsee, den Ort, von dem Mutter und Tochter immer geträumt haben.

Träume habe auch sie gehabt, erzählt Elena Fischer später im Publikumsgespräch, zum Beispiel den, eine erfolgreiche Autorin zu werden. Dass es tatsächlich klappen könnte, habe sie kaum glauben können, auch wenn sie immer gerne geschrieben habe. Obwohl sie von mehreren großen Schreibinstituten angelehnt worden sei, habe sie ihre Leidenschaft nie verloren. Der Durchbruch sei dann eher zufällig gelungen. Bei einem „Open-Mic-Event“ sei eine Agentin auf sie aufmerksam geworden, blickt Elena Fischer zurück. Die habe dann ihr Roman-Manuskript an renommierte Verlage geschickt und tatsächlich sechs Angebote bekommen. Das vom Diogenes-Verlag habe sie schließlich angenommen.

Nun warten die Leser auf das zweite Buch der Mainzerin. Wann das kommen wird? „Irgendwann in fünf bis fünfzehn Jahren“, sagt Elena Fischer lachend. Tatsächlich aber werde es wohl schneller gehen.