Wilhelmshaven - Gaskunden in Wilhelmshaven können ab dem 1. November 2023 etwas aufatmen: Zu diesem Stichtag senkt der städtische Energieversorger GEW die Gaspreise für Standardabnehmer – also Haushaltskunden sowie kleinere und mittlere Gewerbebetriebe.

Laut Angaben der GEW verbraucht der durchschnittliche Wilhelmshavener Haushalt rund 12.500 Kilowattstunden pro Jahr. Bei dieser Abnahmemenge verringert sich der Brutto-Arbeitspreis im Grundversorgungs-Tarif „havengas basis“ um 0,52 Cent pro Kilowattstunde, also von 13,95 Cent auf 13,43 Cent. Um die gleiche Höhe sinkt auch der Arbeitspreis im Produkttarif „havengas für uns“. Dieser reduziert sich zum gleichen Stichtag von 13,60 Cent pro Kilowattstunde auf 13,08 Cent pro Kilowattstunde brutto. Die monatlichen Grundpreise bleiben unverändert.

Auf das Jahr gerechnet ergibt sich für einen Durchschnittshaushalt bei den Gaskosten eine Senkung von rund 65 Euro, also rund 3,5 Prozent, wie GEW-Vertriebsleiter Kai Rückstein erläutert. „Wie immer werden wir transparent über die Änderungen informieren. Unsere Kunden erhalten in der nächsten Woche ein Schreiben“, sagt Rückstein.

GEW weist darauf hin, dass die Gaspreisbremse mindestens bis Dezember 2023 gültig ist. Demnach müssen Kunden die monatlichen Abschläge nicht anpassen lassen. Gleichzeitig müssen auch die Zähler nicht zum 1. November abgelesen werden. GEW wird den jeweiligen Verbrauch anteilig nach alten und neuen Preisen aufteilen.

Ermöglicht wird die jetzige Senkung des Gaspreises durch die Verringerung der Bilanzierungsumlage für jene genannten Kunden, welche mit einem Standardtarif versorgt werden. Da GEW das Gas auf den Energiemärkten über langfristige Verträge einkauft, sind die Wilhelmshavener Verbraucher, wie etwa bei der letzten Erhöhung zum 1. Januar 2023, deutlich später von Preisschwankungen betroffen als Kunden anderer Versorger.


Auch wenn die zum 1. Oktober 2022 von der Bundesregierung nach Paragraph 35 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnGW) eingeführte Gasspeicherumlage gegenläufig gestiegen ist, ergibt sich für den Wilhelmshavener Energieversorger ein Kostenvorteil. „Diesen Vorteil geben wir an unsere Kunden weiter“, erläutert GEW-Geschäftsführer Josef Thomann.

Über die Gasspeicherumlage werden derzeit die Kosten für die Befüllung der deutschen Gasspeicher gedeckt. Das Energiespeichergesetz gibt vor, dass die Kavernen bis Anfang November nahezu voll sein müssen. Laut GEW liegt der Füllstand derzeit bei 94 Prozent. Ob das genügt, hängt in kommenden Monaten vom Verbrauch ab: „Die Versorgungssicherheit Deutschlands ist in den Wintermonaten allerdings weiterhin von der Witterung und den dann möglichen LNG-Importen abhängig“, sagt Kai Rückstein.

Hendrik Suntken
Hendrik Suntken Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung