Wilhelmshaven - Nachdem das Pipeline-Gas aus Russland blockiert ist, entwickeln sich die Vereinigten Staaten zu einem noch größeren Exporteur von Flüssigerdgas als bislang schon. Am Golf von Mexiko werden mehrere große LNG-Terminals gebaut beziehungsweise geplant – mit Folgen für Natur und Mensch an den neuen Verladestandorten.
Diese Folgen sollte man in Deutschland und Europa, die das US-Gas importieren, im Blick behalten, meint man beim Netzwerk Energiedrehscheibe. Es lädt deshalb zu „Transatlantischen Gesprächen“ am Dienstag, 28. März, ein. Geplant ist ab 14 Uhr die Besichtigung des LNG-Terminals vom Hooksieler Hafen aus und danach der Kavernenanlagen in Etzel, um anschließend in dem Lokal „Kulturversorgerin Else“, Grenzstraße 16, ab 16 Uhr über den Ausbau der LNG-Förderung und -Verschiffung in den USA zu informieren.
Zu Gast ist Anne Rolfes, Master für internationale Entwicklung von der Bucket Brigade, einem Bündnis von Umweltschützern in den USA. Sie wird Auskunft geben über die Entwicklung der Gaswirtschaft im US-Bundesstaat Louisiana. Die Folgen für die natürlichen Ökosysteme, die Flora, die Fauna und die Menschen vor Ort sind nach Auffassung des Netzwerks Energiedrehscheibe dramatisch: Diese Projekte verschärften nicht nur direkt den Klimanotstand, der zum Anstieg des Meeresspiegels und dem daraus resultierenden Verlust vieler Küstenabschnitte in Louisiana führe, sondern sie zerstörten dort auch die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort sowie Feuchtgebiete, die in natürlicher Art und Weise vor Wirbelstürmen schützen und Heimat vieler Arten sind. Deswegen würden sich auch Fischer und indigene Gemeinschaften gegen den Ausbau wehren.
Nach Auffassung des Netzwerks wäre der LNG-Import überflüssig, wenn stattdessen die Gebäude in Deutschland besser gedämmt würden. Anmeldungen zur Veranstaltung nimmt das Netzwerk Energiedrehscheibe unter Telefon 0171/3716016 entgegen (Stefanie Eilers).
