Fedderwardergroden - Schulen feiern selten am frühen Abend, Grundschulen schon gar nicht. Doch die Finkenburgschule hatten einen guten Grund, die offiziellen Gäste für den Spätnachmittag einzuladen: Auf die Stunde genau vor 50 Jahren war die Schule am westlichen Ende der Posener Straße eingeweiht worden – seinerzeit mit dem Schulausschuss der Stadt, der auch jetzt durch etliche der heutigen Mitglieder vertreten war, wie die kommissarische Schulleiterin Elena Krutsch anmerkte. Sie kündigte an, dass das Fest für Kinder und Eltern im Sommer gefeiert wird.

Vor 50 Jahren war die Politik hochrangig präsent – mit Oberbürgermeister Johann Janßen und Senator Wilhelm Rehbein. Jetzt blickten Bürgermeister Uwe Reese mit Hilfe des Stadtarchivs und Ratsvorsitzender Stefan Becker aus eigener Erfahrung zurück. Becker gehörte seinerzeit zu den ersten Schülern der neuen Schule und gab einige Anekdoten zum Besten – nicht zuletzt mit Blick auf die Kinder der Musik-AG, des Schulchors und der Klasse 4b, die mit ihren Aufführungen den Gästen eine Freude machten.

Uwe Reese erinnerte daran, dass der Neubau aus Mischbauweise das vergleichsweise dauerhafte Provisorium der „Barackenschule“ an der Warthestraße ersetzte. Erst am 26. Februar 1969 war über den neuen Schulstandort beschlossen worden, am 30. April wurde der Grundstein gelegt, am 8. November zogen Kollegium und Kinder mit Puppen, Teddys und Blumentöpfen vom alten ins neue Gebäude. Dass die Schule nicht nur vor 50 Jahren mit Schiebetafeln Maßstäbe setzte, machten die frühere Schulleiterin Christine Gattermann und die jetzt amtierende Elena Krutsch deutlich. Gattermann erinnerte daran, dass es schon, als sie 1999 an die Schule kam, einen Computerraum und mittwochs und donnerstags ein Mittagessen für rund 35 Kinder gab. In den zehn Jahren ihrer Schulleitung wurden Konzepte entwickelt und Kooperationen begonnen mit Kindertagesstätte und Förderschule. Für acht Jahre teilte sich die Schule das Gebäude mit der katholischen Elisabethschule bis zu deren Zusammenlegung mit der Ansgarischule zur neuen katholischen Grundschule St. Martin. Durch die Schließungen der benachbarten Grundschulen Coldewei und Albrechtstraße erweiterte sich der Schulbezirk.

Elena Krutsch verwies darauf, dass die Finkenburgschule jetzt am Programm „Lebensort und Schule“ (Schule Plus) des Landes teilnimmt und die damit verbundenen Unterstützungsangebote nutzt. Der Schulträger habe bereits viel geleistet und jetzt mit der Renovierung begonnen. Im Sommer beginne der Umbau des Schulhofs.

Die Aufbruchstimmung verspürte auch die Dezernentin der Landesschulbehörde, Katrin Thiesen. Sie begleite diese Schule mit großer Freude, sagte sie. Ihr Fazit: „Die Finkenburgschule hat nach 50 Jahren das Beste noch vor sich. „