Fedderwardergroden - Es ist eine Hiobsbotschaft – nicht nur für den Stadtnorden: Die Freibad Nord GmbH hat ihren Managementvertrag mit der Stadtwerke GmbH vorzeitig zum Jahresende gekündigt. Als wesentlichen Grund gab Geschäftsführer Jan Alter den Fachkräftemangel im Bereich der qualifizierten Badeaufsicht an. Ursprünglich wäre der Vertrag bis Ende 2023 befristet gewesen. Die Mitarbeiter seien über diesen Schritt informiert worden.
Entscheidung über Zukunft im November
Die Geschäftsführung der Stadtwerke Wilhelmshaven GmbH prüft jetzt im Auftrag des Aufsichtsrates, ob der Betrieb des Freibades fortgesetzt werden kann – „unter Darlegung aller realen Eventualitäten“, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit ersten Ergebnissen sei bis Mitte November zu rechnen.
Die Geschäftsführer der Stadtwerke, Volker Lotsch und Josef Thomann, bedauern diese Entwicklung. Zugleich zeigen sie Verständnis für diese Konsequenz – schließlich werde mittlerweile auch im Nautimo die Personalsituation immer angespannter.
„Der Mangel an qualifiziertem Personal führt dazu, absehbar nicht mehr den vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Stadtwerken Wilhelmshaven GmbH und dem eigenen hohen Qualitätsanspruch im Hinblick auf die Sicherheit der Badegäste im Freibad Nord gerecht werden zu können“, schreibt Alter in seiner Erklärung.
Die Entscheidung zur Vertragskündigung sei ihm nicht leicht gefallen: „In den vergangenen drei Jahren hatte die Freibad Nord GmbH intensive Anstrengungen unternommen, den dringend erforderlichen Generationenwechsel im Aufsichtsbereich zu vollziehen. Dies ist trotz des Angebots langfristiger Arbeitsverträge zu marktüblichen Konditionen nicht gelungen“, erklärt Alter, der im Freibad Nord in den vergangenen 15 Jahren zahlreiche Angebote und Veranstaltungen etabliert hat.
„Beendigung nicht leicht gefallen“
Die Beendigung des Engagements der Freibad Nord GmbH falle in eine Zeit sich extrem verändernder Rahmenbedingungen im Bäderbereich, die sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Betreiber herausfordernd sind, sagt der Geschäftsführer. „Neben der steigenden Anzahl von unbeaufsichtigten und nicht-schwimmfähigen Kindern und Jugendlichen machen Besuchergruppen mit respektlosem Verhalten – insbesondere gegenüber weiblichem Aufsichtspersonal - und dabei hohem Aggressionspotenzial den zusätzlichen Einsatz von Sicherheitspersonal an heißen Sommertagen erforderlich, um einen geregelten und sicheren Badebetrieb für alle Gäste gewährleisten zu können.“
Alter bedankte sich bei den Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen für den Einsatz in den vergangenen Jahren, ebenso bei den Kunden des Bades. Diese hätten auf vielfältige Weise über Jahrzehnte ihre Wertschätzung und Unterstützung für den Erhalt des Freibades Nord zum Ausdruck gebracht.
