Wilhelmshaven - „Schau mir in die Augen Kleines“! Humphrey Bogart würde sich wohl vor Schreck im Grabe umdrehen, wenn er statt Ingrid Bergman dem Candyman John vis-a-vis gegenüber gestanden hätte. Kreativdirektor JOHNman, alias John Eicke, ist Dreh- und Angelpunkt, wenn am kommenden Freitag zum ersten Mal in Deutschland ein Living Statues Festival in Wilhelmshaven eröffnet wird.
Als mechanisch agierender Süßigkeitenverteiler „Candyman“ gewann er 2010 im roten Lack-Kostüm und starrem Blick aus rot-weiß karierten Kontaktlinsen erstmals die „World Statues Championship“ im niederländischen Arnheim. 2013 wurde er ein zweites Mal Weltmeister beim World Living Statues Festival.
Freitag Laternenumzug
Michael Diers, Geschäftsführer der Wilhelmshaven Touristik- und Freizeit GmbH (WTF) hatte bereits vor zehn Jahren die Idee, lebende Statuen im Rahmen eines Festivals nach Wilhelmshaven zu holen. Wie so oft scheiterte es an den städtischen Finanzen. In diesem Jahr nun sorgt das Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ (REACT) für das nötige „Kleingeld“ zur Umsetzung des Statuen-Festivals.
Dass nun auch in Deutschland so ein Event stattfindet, ist auch der Volksbank Wilhelmshaven zu verdanken, die mit einem kräftigen „Schluck aus der Finanzpulle“ dazu beiträgt, dass sich vom 2. bis 4. September Wilhelmshavens Innenstadt mit 16 lebenden Statuen aus ganz Europa zur Bühne eines Festivals verwandelt – diversen Überraschungen inklusive.
Dundu – die Lichtgestalt
Und während am Freitag, um 19 Uhr, mit den über vier Metern großen Lichtgestalten Dundu am Börsenplatz das Festival eröffnet wird, dürfen sich um 20 Uhr vor allem die kleinen Besucher am ehemaligen Karstadt-Gebäude versammeln, um einem Lichter- und Laternenumzug mit sphärischer Musik beizuwohnen – angeführt von der leuchtenden Dundu Lichtgestalt. Durch die gesamte Marktstraße führt diese den Laternenumzug, um dann am Börsenplatz, umrahmt von Show und Überraschungen, den Start für das erste Living Statues Wilhelmshaven zu geben.
Verkaufsoffener Sonntag
Nach diesem Opening mit hoffentlich vielen Zuschauern werden Samstag sowie am verkaufsoffenen Sonntag jeweils von 13 bis 18 Uhr die internationalen Künstler als Statuen den Zuschauern die Illusion vermitteln, von Skulpturen umgeben zu sein. Unter anderem dienen beim so genannten „Blanko“ auf dem Börsenplatz anfangs ganz in weiß gehaltene Figuren als lebende Projektionsfläche für die Zuschauer, die mit bereitgestellten Farben und Pinseln die Statuen nach eigenen Vorstellungen bemalen dürfen. „Weiß bin ich aus so einer Veranstaltung noch nie gegangen“ , verspricht JOHNman. „Die Besuchenden erwartet ein großer Mix aus Statuen, die mehr können, als nur dastehen“.
Siegerehrung Sonntag
Volksbank-Vorstand Norbert Philipp zeigte sich anlässlich der Vorstellung begeistert von diesem neuen Veranstaltungsformat, das der Stadt, aber auch Kindern und Kunden gleichermaßen zugute käme. Und auch JOHNman zeigte sich überglücklich, dass das Statuen-Festival nun endlich in Deutschland an Stellenwert gewinne. Welche der Figuren letztendlich den Zuschauern am besten gefallen hat (Flyer zum Abstimmen liegen unter anderem bei der Volksbank aus), wird bei einer Siegerehrung am Sonntag, um 18.30 Uhr auf dem Börsenplatz bekannt gegeben.
