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WIRTSCHAFT Ford Hillmann stellt Insolvenzantrag

HANS-JÜRGEN SCHMID

Wilhelmshaven

Im Jahre 1899 war das Hillmann-Unternehmen als Autoreparaturwerkstatt am Banter Markt gegründet worden. In der kaiserlichen Zeit, als noch Pferde und Kutschen das Straßenbild prägten, entwickelte sich der Betrieb schnell. Es begann der Handel mit Fahrrädern, Motorrädern, mit Personen- und Lastkraftwagen. Hillmann wurde zu einem Begriff weit über Wilhelmshaven hinaus bis nach Ostfriesland, wo das Unternehmen noch mit einem kleinen Betrieb in Wittmund vertreten ist.

Der jetzige Wilhelmshavener Standort des Kraftfahrzeughandels mit Werkstatt ist am Banter Weg unmittelbar vor der Rüstringer Brücke.

Geschäftsführer Thorsten G. Hillmann, der gestern Insolvenzantrag stellte, teilte in einer Erklärung mit, die Insolvenz sei die „Folge vieler negativer Mosaiksteinchen“. Als Ganzes gesehen stünden diese einem Fortbestand der Firma in der derzeitigen Konstellation entgegen.

Betroffen von der Insolvenz sind 32 Arbeitsplätze in Wilhelmshaven und sechs in Wittmund. Als vorläufigen Insolvenzverwalter setzte das Amtsgericht Wilhelmshaven gestern den Edewechter Anwalt Wolf-Dieter Weber ein, der in der Branche als fachlich versiert gilt und bereits bei Ford Brau in Oldenburg im Einsatz war.

Weber kündigte gestern an, der Geschäftsbetrieb werde ohne Einschränkung weitergeführt. Weber und auch Peter Anders, Gewerkschaftssekretär der IG Metall, der die Interessen der Arbeitnehmer vertritt, appellierten übereinstimmend an die Kunden, dem Unternehmen die Treue zu halten, um die Chancen für den Erhalt derArbeitsplätze zu verbessern. Anders: „Es wird weiter gearbeitet. Das gilt insbesondere für die Werkstatt mit Wartung und Reparatur.“ Gestern Morgen war das Gelände von Autos fast leer geräumt. Doch der Wagenpark soll weitestgehend zurückgeführt werden.

Die meisten Mitarbeiter waren gestern „sauer“. Anders: „Sie wissen nicht, wie es weitergeht.“ Die IG Metall wolle nicht verkennen, dass es in der Autobranche insgesamt Probleme gebe. Doch das sei nur ein Teil der Situation. Anders warf der Geschäftsführung vor, ein von der Gewerkschaft schon mehrfach angemahntes Sanierungskonzept einfach „ausgesessen“ zu haben. Der Insolvenzantrag sei viel zu spät gestellt worden – erst als eine Liquiditätskrise wahrscheinlich wurde.


Dabei hätten die gewerblichen Mitarbeiter auch hier wieder einmal einen Beitrag zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze geleistet – 31 statt 36 Stunden gearbeitet für weniger Lohn. Und zuletzt seien Zahlungen auch ganz ausgeblieben. Insolvenzgeld wird bis Jahresende gezahlt.

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