Sengwarden - „So voll haben wir unser Feuerwehrhaus noch nicht gesehen“, sagten altgediente freiwillige Brandbekämpfer der Sengwarder Wehr. Und tatsächlich war kein Stuhl frei im Aufenthaltsraum an der Heddostraße. Oberbürgermeister Carsten Feist, Ortsbürgermeisterin Anja Mandt, der Bürgermeister der Patengemeinde Samtgemeinde Bromberg in Österreich, Josef Schrammel, die freiwilligen Feuerwehrkameraden, Feuerwehrchef Josef Schun und der Stadtbrandmeister Michael Feist hatte sich versammelt, um einen Mann zu ehren, der 75 Jahre der freiwilligen Feuerwehr Sengwarden angehört und immer noch dabei ist. Mittlerweile seit über drei Jahrzehnten in der Altersabteilung, aber immer noch agil und mit „Freude dabei“, wie der 95-jährige Hellmuth Janßen mit einem Augenzwinkern sagte. „Ich bin zunächst in Großenkneten von meinem Chef für etwa eineinhalb Jahre unter Zwang in die Feuerwehr gesteckt worden“, sagte Janßen nachdenklich. Aber, so Janßen weiter, „Geschadet hatte es nicht, denn nach meinem Umzug nach Sengwarden bin ich am 12. Januar 1946 in die damalige Gemeindewehr eingetreten und heute im hohen Alter immer noch dabei“.
Einsamer Rekord
Stadtbrandmeister Michael Feist meinte in seiner Laudatio, „dass man jetzt genaugenommen schon die 77-jährige Mitgliedschaft feiert“. 43 Jahre hat Hellmuth Janßen als aktiver Feuerwehrmann mitgewirkt, hat die Wehr im Wesentlichen mit aufgebaut und mitgestaltet, bevor er 1989 in die Altersabteilung eingetreten war und nun auf 75 Jahre in der Sengwarder Wehr zurückblicken kann“, so der Stadtbrandmeister. „Das ist seit dem Bestehen der Ortswehr einsamer Rekord“, fügte Ortsbrandmeister Christian Ludwig hinzu. „Den holt so schnell keiner ein“, waren sich alle Anwesenden einig. Auf die Frage, welches Ereignis ihn in seinem Feuerwehrleben am meisten in Erinnerung geblieben ist, mochte er keine Antwort geben, denn es waren zu viele Einsätze, die in seiner Zeit noch vom Alten Spritzenhaus mit Schlauchturm am Holling bis in die heutige Zeit in der Wache an der Heddostraße in Erinnerung sind. Die Ausstattung damals zu Beginn waren ein Löschfahrzeug mit Anhänger und zwei Reserveschläuche. Gebrauchtfahrzeuge des Zivilschutzes und ausgesonderte Fahrzeuge der Stadt Wilhelmshaven hatten wir damals zur Verfügung, hörten die Gäste.
Viele persönliche Auszeichnungen
„Aber ihr habt auch damals schon sehr gute Arbeit verrichtet“, so Michael Feist mit Blick auf Hellmuth Janßen. Auch an persönlichen Auszeichnungen mangelt es dem Oberlöschmeister nicht. 1962 bekam er die sogenannte Sturmflut-Medaille des Landes Niedersachsen und 1984 das Ehrenzeichen des Landes Niedersachsen. 1989 erhielt er die „Silberne Ehrennadel des Oldenburgischen Feuerwehrverbands“ als Anerkennung seiner Verdienste und ganz nebenbei dann auch noch die sechs Ehrungen für langjährige Zugehörigkeit zur Feuerwehr. „Für Dr. Jens Graul, dem damaligen Feuerwehrdezernenten, bedeutete das Wissen des Jubilars bei der Erstellung der Chronik anlässlich des 75-jährigen Bestehens ,unserer Ortswehr’ eine große Hilfe“, führte Michael Feist aus.
Die Söhne sind auch bei der Feuerwehr
Hellmuth Janßen, der drei Söhne hat, die alle in seine Fußstapfen bei der freiwilligen Feuerwehr gestiegen sind, erzählte früher immer in geselliger Runde, was damals „bei uns zu Hause los war, wenn nachts die Sirene heulte und vier Männer gleichzeitig aus den Betten stürmten, in die Klamotten sprangen und zum Feuerwehrhaus rannten. „Unter allen acht Sengwarder Brandmeistern und Ortsbrandmeister hat er mitgewirkt, was den nächsten Rekord darstellt und auch den Übergang von der Gemeindefeuerwehr zur Ortsfeuerwehr aufgrund des Grenzänderungsvertrages hat Hellmuth Janßen miterlebt“, schloss Michael Feist unter dem Applaus der Gäste seine Laudatio. Grußworte mit viel Anerkennung erfuhr der Jubilar dann vom Oberbürgermeister Wilhelmshavens, Carsten Feist, von der Ortsbürgermeisterin Sengwardens, Anja Mandt, vom Leiter der Berufsfeuerwehr, Josef Schun und auch vom Bürgermeister der Partnergemeinde „Samtgemeinde Bromberg“ in Österreich, Josef Schrammel, die alle den treuen Einsatz zur Sengwarder Ortsfeuerwehr lobten.
