Friesland/Wilhelmshaven - „Es hätt noch immer jot jejange“ („Es ist bisher noch immer gut gegangen“), zitiert Petra Hohmann, Geschäftsführerin der Friesland-Kliniken, ein „Grundgesetz“ aus ihrer Heimat Köln. Es passe zur Lage, in der sich das Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch und das St.-Johannes-Hospital in Varel befinden – kein Vorankommen in den vergangenen Jahren und eine voraussichtlich harte bevorstehende Zeit der Sanierung innerer Strukturen.
Doch die Lage der Friesland-Kliniken war nicht das einzige Thema beim Neujahrsempfang der Bezirksstelle Wilhelmshaven der Kassenärztlichen Vereinigung. Nach zwei Jahren Pause aufgrund der Corona-Pandemie fand der Empfang am Mittwochabend im Wattenmeer-Besucherzentrum statt.
Medikamentenmangel, Kostendruck, wachsende Patientenansprüche, überlastete Krankenhäuser und Pflegedienste, zunehmende Bürokratie oder eine Telematik-Infrastruktur, die in ihrer Realität im negativen Sinne weit von der Realität abweiche. Der Gesundheitsbereich ist mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert. „Wir versuchen die Patienten so gut wie möglich zu versorgen, aber haben dabei viele Steine im Weg“, fasst es Matthias Abelmann zusammen, Vorsitzender der Wilhelmshavener Bezirksstelle und Allgemeinmediziner in der Jadestadt.
Corona verlangte vieles ab
Das stößt auf eine Zeit, in der die im Gesundheitssektor Arbeitenden harte Jahre hinter sich haben, in denen Corona sie in Atem gehalten und ihnen einiges abverlangt habe. „Wir haben diese Zeit gut gemeistert durch eine starke ambulante Versorgung und gutes Zusammenarbeiten mit den Kliniken“, so Abelmann.
Eine Lösung zu finden: schwierig. Zumal ein weiteres großes Problem der Fachkräftemangel ist. „Gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente, wird das Problem noch verstärkt“, sagt Jens Wagenknecht, Ärztekammer-Vorsitzender der Bezirksstelle Wilhelmshaven. Es brauche kreative Ideen, um Nachwuchs in „unsere lebenswerte Region“ zu bekommen. Denn haben sich junge Ärzte andernorts erst mal eingelebt, „dann haben wir verloren“.
Für die Bewältigung der Krisen sprach Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist Mut zu: „Wir können Krise!“
