Friesland/Wilhelmshaven - Wenn Frauen sich zusammentun, erreichen sie normalerweise viel. Dafür steht seit mehr als 100 Jahren der Internationale Frauentag, der immer am 8. März von Frauenverbänden und -institutionen begangen wird. Aber er steht auch dafür, dass noch vieles getan werden muss, um die Gleichberechtigung von Frauen zu erreichen. Die Arbeitsgemeinschaft der Frauenbeauftragten aus Friesland und Wilhelmshaven präsentierte am Dienstag im Kreisamt in Jever gemeinsam mit Vertreterinnen aus Vereinen und -verbänden ihr Veranstaltungsprogramm rund um den Internationalen Frauentag. In dem soll es nicht nur um den Kampf für gleiche Lebens- und Arbeitsbedingungen von Männern und Frauen gehen, sondern auch um Gemeinschaftsgefühl und Vergnügen. „Schließlich beschäftigen wir alle uns das ganze Jahr mit den Frauenrechten und nicht nur am 8. März“, erklärte die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Friesland, Elke Rohlfs-Jacob.
Das Programm, demnächst als Broschüre in Rathäusern und öffentlichen Gebäuden sowie Arztpraxen erhältlich, hat am Samstag, 22. Februar, um 20 Uhr seinen Auftakt im Vereenshuus Neuenburg mit dem Comedy-Duo „Suchtpotential“ und dessen Programm „Sexuelle Belustigung“. Bis zum 28. März geht es weiter mit einem großen Angebotsmix, zu dem Frauenkinoabende (unter anderem „Vulva 3.0“, „Astrid“ und „Die Berufung“) und Selbstverteidigungskurse ebenso gehören wie ein Abend zum Entspannen mit Klangschalen oder Tanzsport (Zumba). Am Sonntag, 8. März, lädt Wilhelmshavens Gleichstellungsbeauftragte Cordula Franke ab 9.30 Uhr zum Frühstücksbuffet im Familienzentrum West ein. Die Angebote können in fast allen friesländischen Kommunen und der Stadt Wilhelmshaven besucht werden, und großenteils sind auch Männer willkommen.
Politisches Engagement mit einem Infostand auf dem Wochenmarkt in Jever am Dienstag, 17. März, zum „Equal Pay Day“ darf in einer solchen Veranstaltungsreihe nicht fehlen. In die Kategorie Engagement gehören auch Veranstaltungen zum Weltgebetstag (Frauen in Simbabwe) und das Frauenkino mit anschließender Diskussion des Sozialverbands Deutschland (SoVD) über gleiche Bezahlung und Ausbeutung durch Niedriglohn am Mittwoch, 18. März, um 18 Uhr im Zeteler Lichtspielhaus Zeli.
Weitere Veranstaltungen drehen sich ums Tanztheater, um Schlagfertigkeit für Frauen und musikalisches Kabarett. Speziell für sehr junge Frauen und Mädchen bieten die Montessori-Werkstatt, der Verein Menschenkinder und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Jever einen Kino-Event-Nachmittag mit vielen Aktionen für Teenager im Kino an. Gezeigt wird am Samstag, 21. März, die Mutmach-Komödie „Little Miss Sunshine“.
Eine gute Nachricht im Zusammenhang mit dem Internationalen Frauentag hatten Ellen Kromminga-Jabben und Heike Langediers vom Kreislandfrauenverband Friesland-Wilhelmshaven sowie Elke Rohlfs-Jacob zu verkünden. Demnach haben sie seit November bereits 33.000 Unterschriften für eine Anhebung der Altersgrenze beim Mammographie-Screening von 69 auf 75 gesammelt. Ziel des Projekts „Mammobis75“ sind 50.000 Unterschriften, auch eine Online-Petition soll im März starten. Die Landfrauen und die Gleichstellungsbeauftragte haben mit ihrer Initiative offenbar einen Nerv getroffen. „In anderen Ländern ist das längst eingeführt“, sagte Ellen Kromminga-Jabben. Gestern drehte auch ein Fernsehsender mit ihnen einen Beitrag darüber.
