Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

STADT Gefragt ist Wirtschaftskompetenz

In zwei Jahren endet die Amtszeit von Oberbürgermeister Eberhard Menzel. Schon jetzt machen sich die Parteien Gedanken um seinen Nachfolger.

Von Norbert Czyz

Wilhelmshaven

Ob der Nachfolger von Eberhard Menzel auf dem Stuhl des Oberbürgermeisters wieder ein Jadestädter sein wird?

Für eine solche Lösung stehen die Zeichen derzeit nicht so günstig. Zwar schließen SPD und CDU das grundsätzlich nicht aus. Aber wenn man sich das Profil anschaut, das ein Kandidat aus Sicht der beiden Volksparteien haben soll, dann sieht das eher schlecht aus für die unter vorgehaltener Hand genannten Kandidaten – unter denen natürlich keine einzige Frau ist, wie überhaupt stets von einem „Oberbürgermeisterkandidaten“ gesprochen wird.

„Er muss kein Jurist sein, sollte aber verwaltungstechnische Erfahrungen haben“, sagt Jörn Felbier, CDU-Kreisvorsitzender. Wobei der Akzent auf „Erfahrungen“ liegt. Er soll „Lebenserfahrung haben, offen sein und auf Menschen zugehen können.“ Und er soll aus der Region kommen, „Erfahrung mit Wilhelmshaven“ haben. Die Parteizugehörigkeit sei nicht unbedingt ausschlaggebend. Demnächst sollen die Parteigremien der CDU mit dem Thema befasst werden, dann soll gezielt gesucht werden, um im September 2010 einen Kandidaten präsentieren zu können.

Die Sozialdemokraten haben sich offiziell auf eine bundesweite Ausschreibung geeinigt. Doch SPD-Fraktionsvorsitzender Siegfried Neumann bezweifelt, dass ein unbekannter Kandidat, wie geeignet er auch immer sei, überhaupt eine Chance hätte. Neumann wünscht sich „einen Stadtplaner mit wirtschaftlichem Sachverstand“, einen Verwaltungsfachmann mit „Bürgernähe“. Es müsse kein Wilhelmshavener sein, er müsse aber in Wilhelmshaven bekannt sein und schon den Nachweis erbracht haben, „dass er Industrieansiedlung realisiert hat“. Auf die Frage, ob er das SPD–Parteibuch haben müsse, meinte der grantige Fraktionsvorsitzende: „Schöner wär’s“.

Gerüchte besagen, dass einige aus der SPD den TCN-Manager Holger Ansmann im Visier haben. Neumann sagt, davon wisse er nichts.


Liegen schon die Vorstellungen von SPD und CDU relativ nahe beieinander – bei FDP und Grünen noch viel mehr: Für Ratsherrn Werner Biehl von den Grünen steht außer Frage, dass der neue Oberbürgermeister ein Mann „von außen sein muss“, ein Kandidat, der Wilhelmshaven „aus der Vogelperspektive und nicht aus der Froschperspektive“ betrachtet. Ein Kandidat, der auch Charisma hat und nicht in irgendwelchen Seilschaften hängt.

Die FDP schließt nicht aus, dass sie sich in der Frage nach dem Kandidaten mit anderen Parteien „kurzschließt“, so Ratsfrau Susanne Bauermeister. Sie definiert das Profil des neuen Oberbürgermeisters so: Diplomatisches Geschick, Erfahrungen und Kontakte mitbringen, ein Kandidat mit Wirtschafts- und Vewaltungshintergrund.

Die FDP will gezielt im Land auf Suche gehen – ohne dabei ausschließlich aufs Parteibuch zu schauen. Mit einem kompetenten neuen OB und der übrigen Dezernentencrew, in der 1. Stadtrat Jens Stoffers „eine Superarbeit macht“ und an dieser Stelle auch weiterhin machen soll, sieht die FDP dann die Verwaltungsspitze gut aufgestellt.

Man darf gespannt sein, wen die Parteien im nächsten Jahr präsentieren und ob sie sich möglicherweise sogar auf weniger Kandidaten einigen als Parteien im Spiel sind.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

BALLSPORT IN OSTFRIESLAND Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden
Mit Video
Nach der Sprengung inspizierten Midgard-Beschäftigte die Überreste der Verladebrücke.

KRANSPRENGUNG IN NORDENHAM Koloss aus Stahl fällt in 15 Sekunden zusammen

Norbert Hartfil
Nordenham