Wilhelmshaven - Die Gesundheitsminister der Länder haben sich mit dem Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) über die Eckpfeiler einer Krankenhausreform verständigt.
Zu den zentralen Punkten gehören die Änderung der Vergütung – weg von Fall- und hin zu Vorhaltepauschalen. Das heißt, Krankenhäuser sind nicht mehr gezwungen, so viele Leistungen wie möglich zu erbringen, sondern stattdessen – je nach Größe – auf medizinische Leistungsgruppen zu konzentrieren und dafür entsprechendes Personal und Infrastruktur zu garantieren. Für Dr. Rafaela Korte, Geschäftsführerin des Klinikums Wilhelmshaven, eine gute Entscheidung.
„Zunächst einmal begrüße ich, dass gestern eine Einigung – zumindest für die Eckpfeiler der Reform – erfolgt ist“, sagt Korte auf Anfrage der Wilhelmshavener Zeitung. Die konkreten Auswirkungen für die einzelnen Bereiche am Klinikum Wilhelmshaven würden sich aber erst nach Konkretisierung und Umsetzungsregelungen in den Ländern ergeben. „Gerade für Bereiche wie Kardiologie, Kinderklinik und Geburtshilfe werden die Vorhaltepauschalen höchstwahrscheinlich eine Verbesserung zum derzeitigen Stand beinhalten“, glaubt die Medizinerin. Für eine genaue Analyse aber sei es noch zu früh.
Aber die Geschäftsführerin hat auch eine Schwachstelle an der möglichen Reform ausgemacht. Sie stelle nur eine Umverteilung der vorhandenen Mittel dar. Ihr fehle eine Übergangsunterstützung, die in der aktuell extrem angespannten wirtschaftlichen Situation der Kliniken nötig sei, merkt Korte an. „In unseren Gesprächen mit unseren Nachbarn in Friesland werden wir natürlich auch hierüber reden. Wir sind da auf einem guten Weg Konkurrenz abzuschaffen, zugunsten einer engen Abstimmung und Kooperation.“
