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Rund 50 Prozent der Arbeitnehmer in Wilhelmshaven sind nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) prekär beschäftigt – in Mini-Jobs oder Leiharbeit, mit befristeten Verträgen oder in Scheinselbständigkeit. „Arm trotz Arbeit“ stand auf Transparenten, als der DGB gestern Nachmittag in der Bahnhofstraße für die Einführung des Mindestlohns demonstrierte.Die Forderung wird jedoch nicht nur in Wilhelmshaven erhoben. Eine Fahrradstaffette ist seit dem 10. Juli im Nordwesten Niedersachsens unterwegs. „Auf Spur bleiben“ ist das Motto der „Mindestlohn-Sommertour 2009“, die in Lingen startete und am 24. Juli in Stade ihren Abschluss findet. Die Resonanz sei erfreulich gut, berichtete gestern die DGB-Kreisvorsitzende Dorothee Jürgensen. Von Schillig kommend, trafen die 15 Radler in der Wilhelmshavener Innenstadt ein, nachdem Grünen-Ratsherr Werner Biehl sie am JadeWeserPort-Infocenter in Empfang genommen hatte.
2. Bürgermeister Wilfrid Adam hieß die Staffette in Wilhelmshaven willkommen. „Wer arbeitet, muss auch davon leben können“, mit diesen Worten unterstützte Adam die Forderung nach einem festgesetzten Mindestlohn in Deutschland.
Verdi-Vorsitzender Heinz Reinecke kritisierte, dass Arbeitgeber versuchten, die Tarifbindungungen zu umgehen. Namentlich nannte er auch das Reinhard-Nieter-Krankenhaus und die Stadt Wilhelmshaven. Den Sozialversicherungen würden auf diese Weise Millionenbeträge entzogen.
