• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Wilhelmshaven

FRIEDHÖFE: Grab Paffraths bereits verschwunden

05.12.2007

Eine Gesellschaft definiert sich auch über den Umgang mit ihrem Erbe. Deshalb soll nun auch die historische Grabkultur Wilhelmshavens besser gepflegt werden.

Von Martin Wein

Wilhelmshaven Am 8. Juni 1964 starb Reinhard Nieter. Am 11. Juni 2009 wird – wenn bis dahin nichts passiert – sein Gab auf dem Ehrenfriedhof planiert. Damit verliert Wilhelmshaven wieder ein Stück Stein gewordenes kulturelles Gedächtnis.

Nieter, 1883 geboren, war gestandener Sozialdemokrat und von 1945 bis 1952 sowie von 1956 bis 1961 Oberbürgermeister, dazwischen Bausenator und Bürgermeister und bekannt für sein großes soziales Gewissen. Ein solches Schicksal erlitt bereits Rüstringens letzter demokratischer Bürgermeister Friedrich Paffrath, der 1929 unter ungünstigsten Umständen die Amtsgeschäfte übernommen hatte und erst von den Nationalsozialisten entlassen worden war. Sein Grab ist zwar noch als Rasenfläche vorhanden, doch der Stein wurde im letzten Jahr unbemerkt geräumt.

„Da beides keine Ehrengräber der Stadt sind, haben wir keine Möglichkeit, dies zu verhindern“, erklärt Martina Hartmann aus der städtischen Friedhofsverwaltung. Laut städtischer Satzung erhalten nur Ehrenbürger der Stadt auch ein Ehrengrab. Nieter und Paffrath wurde diese Ehre nicht zuteil. Wünschen die Nachkommen keine Verlängerung der Grabbelegung, werden auch stadtgeschichtlich relevante Gräber damit eingeebnet.

In der Friedhofsverwaltung, im Kulturamt der Stadt und im Förderverein des Küstenmuseums ist man sich einig, dass sich hier etwas ändern sollte.

In einem Initialtreffen wurden jetzt gemeinsame Lösungsansätze entwickelt. Zum 100-jährigen Bestehen des Friedhofs Friedenstraße im kommenden Herbst sollen erste Resultate vorliegen. „Wir haben schöne Grabsteine noch nie verschwinden lassen“, betont Hartmann, doch eine Liste erhaltenswerter Gräber oder Grabmahle gebe es nicht.

„Dabei haben wir ein starkes Interesse, die Friedhöfe stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken“, erklärt Stefan Pallaske, Leiter der Friedhofsverwaltung. Um Besucher zu gewinnen, seien Biographiepfade zu interessanten Gräbern oder – wo nötig – Stelenfelder mit geretteten Grabsteinen denkbar.

Als Grundlage wollen Mitglieder des Fördervereins um Karla Krüger und Peter Hopp jetzt eine Vorschlags- und Prioritätenliste erhaltenswerter Gräber auf allen Friedhöfen erarbeiten, die in einer Dokumentation veröffentlicht werden könnte. Interessierte sind zur Mitarbeit eingeladen.

Auf dieser Grundlage könne dann auch nach Geldgebern zur Sanierung und Erhaltungspflege gesucht werden, sind sich Kulturbüroleiter Heinz Willmann und Vereinsvorsitzender Rüdiger Kramp einig. Wenn im Mai das digitale Friedhofskataster einsetzbar ist, wird diese Arbeit deutlich leichter fallen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.