Wilhelmshaven - Endlich Sommer. Endlich Sonne. Viele zieht es jetzt raus ans Wasser und in die Parks. Und so mancher würde am liebsten den Grill am Südstrand aufstellen, am Banter See campieren oder sich im Ems-Jade-Kanal abkühlen. Aber was ist eigentlich erlaubt und was ist strikt verboten. Fragen und Antworten.
Grillen im Stadtpark oder am Südstrand – darf ich das ?
Gemütlich am Südstrand oder in einer der vielen Parkanlagen den Grill anschmeißen – das ist ein schöner Gedanke, allerdings könnte das den Ordnungsdienst der Stadt Wilhelmshaven auf den Plan rufen. Der Grund: Offenes Feuer, Feuerstellen oder Grillen sind nicht erlaubt. So ist es in der Satzung über die Benutzung von öffentlichen Anlagen der Stadt Wilhelmshaven geregelt. Es sei denn, es wird ausdrücklich durch besondere Regelungen und Genehmigungen zugelassen, etwa für eine angemeldete Veranstaltung.
Übrigens: Laut dem Niedersächsischen Waldgesetz ist das Grillen nur auf Grillplätzen gestattet, die ein Waldbesitzer angelegt hat. Aus gutem Grund – geht es doch vor allem um den Schutz vor Brandgefahren.
Gibt es in Wilhelmshaven öffentliche Grillplätze ?
Am Banter See gibt es einen öffentlichen Grillplatz am Freibad Klein Wangerooge, der von der Wilhelmshaven Touristik und Freizeit GmbH (WTF) betrieben wird. Wer ihn nutzen will, muss sich den Platz allerdings vorab reservieren. „Zukünftig soll das bequem über eine App funktionieren, diese ist allerdings noch im Aufbau“, sagt Olaf Renner von der WTF. Bis dahin können sich Interessierte direkt beim Kioskpächter Christian Stankovic am Freibad Klein Wangerooge melden. Am besten geht das über seine E-Mail-Adresse klein.wangerooge@sonnendeck-beach.club oder alternativ unter
Am Banter See gibt es einen öffentlichen Grillplatz, der nach Voranmeldung genutzt werden kann. Bild: Dirk Gabriel-Jürgens
Ansonsten werden von der Stadt Wilhelmshaven keine Grillplätze in öffentlichen Grün- und Parkanlagen betrieben. Bekannt sind indessen der Grillplatz des Fördervereines Gemeinschaftsplatz Rüstersiel und der Platz des Bürgervereins Himmelreich-Coldwei an der Klinkerstraße. Diese werden aber ausschließlich von den Vereinen genutzt, können auf Anfrage aber auch an Gruppen vermietet werden.
Eine Nacht am Banter See oder im Park zelten, ist das erlaubt ?
Nein. Außerhalb von genehmigten Campingplätzen darf nicht gezeltet werden. Das Aufstellen von Wohnwagen und Wohnmobilen ist ebenso verboten. So regelt es das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung. Wer sein Zelt trotzdem aufschlägt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, erklärt Wiebke Klattenberg von der Stadt Wilhelmshaven. Und diese können mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro geahndet werden.
Dann halt nur auf einer Wolldecke schlafen. Auch keine gute Idee: In der Satzung über die Benutzung von öffentlichen Anlagen der Stadt Wilhelmshaven ist ebenfalls Campieren, Schlafen, Lagern und Übernachten verboten.
Gibt es auch Vorschriften für das Grillen im eigenen Garten, auf dem Hof oder Balkon ?
Zumindest gibt es keine besonderen städtischen Vorschriften. „Grundsätzlich könnte aber an Vernunft und Rücksichtnahme gegenüber anderen Menschen und Tieren appelliert werden“, sagt Klattenberg. So sollte Funkenflug vermieden werden und keine brennbaren Materialien in der Nähe des Grills stehen.
Mieter wären indes gut beraten, wenn sie zuvor ihren Mietvertrag oder die Hausordnung studieren. Diese enthalten häufig auch Regelungen zum Grillen auf Hof und Balkon.
Darf ich zur Abkühlung ins Hafenbecken springen? ?
Das wäre keine gute Idee, denn gemäß der Hafenordnung für den Stadthafen Wilhelmshaven ist Baden im Hafenbereich grundsätzlich verboten. Der Hafenbereich beginnt in etwa 120 Meter östlich der Mariensieler Schleuse und zieht sich im Osten bis zur Hafeninsel/Neues Hafentor. Aber nicht nur Schwimmen ist untersagt: Tauchgänge müssen von der Hafenbehörde genehmigt werden. Wassersportler haben ebenfalls schlechte Karten: Wasserski laufen, Jet-Ski oder Jet-Boot fahren, Windsurfen, Surfen und Kitesurfen – alles verboten. Und das gewiss nicht, weil die Hafenbehörde ein Spielverderber ist. Im Vordergrund stehe die Sicherheit.
Ausnahmen bestätigen die Regel: Beim Hafenschwimmen zum Wilhelmshaven-Sailing-Cup darf ausnahmsweise im Großen Hafen geschwommen werden. Ansonsten gilt: Baden strikt verboten.
Paddeln im Schlauchboot oder Ruderboot ohne eigenen Antrieb ist indessen erlaubt, so lange die in der Schifffahrt geltenden Regeln und Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Auch das Fahren mit einem nicht führerscheinpflichtigen Außenborder am Boot ist nicht verboten.
Ist denn im Ems-Jade-Kanal Baden erlaubt ?
Baden im Ems-Jade-Kanal und anderen landeseigenen Gewässern ist verboten. Mit zahlreichen Schiffsbewegungen im Jahr ist der Kanal eine Lebensader des Sportboottourismus, hinzu kommen die Fahrten der Frachtschiffe. „Es ist nicht auszuschließen, dass die Kapitäne Schwimmer übersehen und es dadurch zu Unfällen kommt“, macht der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz deutlich. Ein erhebliches Verletzungsrisiko bestehe auch beim Baden im Bereich beweglicher wasserwirtschaftlicher Anlagen wie Brücken und Schleusen: Jeder Schleusungsvorgang erzeuge einen Sog, der die Schwimmer mitreißen könne.
