Knapp eine halbe Million Euro hat die Stadt für den Kauf der Banter Kaserne bezahlt. Hier könnte als erstes der „Außerschulische Lernort“ Platz finden.
Von Norbert CzyzWilhelmshaven
Notariell beurkundet wurde der Verkauf der Banter Kaserne schon Ende Dezember 2008, gestern erläuterten Oberbürgermeister Eberhard Menzel für die Stadt und der Spartenleiter Verkauf der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), Jürgen Hohmann vom Verkaufsteam Oldenburg, Details. Demnach wechselte das knapp 8 Hektar große Gelände, auf dem mehrere Gebäude und zwei Bunker stehen, für knapp 500 000 Euro den Besitzer.Beide Seiten – BIMA wie Stadt – wüssten, dass auf dem Gelände Altlasten verborgen sind, die aber, so der neue Leiter des Eigenbetriebes Grundstücke und Gebäude der Stadt (GGS), Oliver Leinert, „relativ gut untersucht sind“, so dass die „Chancen größer sind als die Risiken.“ Unter Chance versteht die Stadt nach Einschätzung von Oberbürgermeister Eberhard Menzel, dass das Gelände „Raum für die Zukunft“ biete. Für das Gelände, das nach dem Krieg bis 1972 die Prince-Rupert-School beherbergte, bevor es die Marine weitere 28 Jahre nutzte, gibt es einen Bebauungsplan, der dort einen Technologiepark vorsieht, für den jetzt Investoren gesucht werden. Es grenzt unmittelbar an den Banter See, der – so Menzel – „mit hohem Freizeitpotenzial ausgestattet ist“ und in Zukunft die Geniusbank als Freizeitgelände, dazu noch unabhängig von Ebbe und Flut, ersetzen soll.
Auch spiele der Kauf der Banter Kaserne im Vorhaben der Verwaltung, „die Stadt näher an die Wasserfläche heranzuführen“, eine Rolle. Zudem gehe es darum, die Nähe zu dem im Bau befindlichen Columbia-Hotel „angemessen zu gestalten“. In diesen Gedanken bezog Menzel die Wiesbadenbrücke mit ein. Er und Hohmann ließen durchblicken, dass an der Ausschreibung eines Investorenwettbewerbes gearbeitet werde und erst danach über den Verkaufspreis der Wiesbadenbrücke gesprochen werden soll, wobei derzeit noch unklar ist, ob für die Firma Linde, die dort ein Erbpachtgrundstück belegt, eine Alternative gefunden werden kann.
Was die konkrete Nutzung der Banter Kaserne betrifft, brachte der Oberbürgermeister die Ansiedlung des Außerschulischen Lernorts ins Gespräch und sprach von einem „Erschließungsplan, um mit Hilfe von Förderung Dinge anzuschieben.“ In der Vergangenheit habe es zwar schon Investoren gegeben, die ihr Interesse bekundet hätten. Sie konnten „ihre Vorhaben letztlich noch nicht umsetzen“, so eine Formulierung im Pressetext.
Weil die BIMA „noch immer ein großer Grundstückseigentümer“ und zudem eine „gute Gesprächsebene“ (Menzel) vorhanden sei, gilt für Hohmann im Verhältnis zur Stadt der Satz: „Nach dem Verkauf ist vor dem Verkauf“.
