Wilhelmshaven - Die Versorgung durch Hausärzte in Wilhelmshaven ist gut – das zeigt die Bedarfsplanung, die die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) nun vorgestellt hat. Die Bedarfsplanung legt fest, wie viele Ärzte in einem bestimmten räumlichen Bereich tätig sein sollen.
Jadestadt ausreichend versorgt
Im Bereich Wilhelmshaven, zu dem auch Sande gehört, werden zurzeit 84 054 Einwohner durch 64 Ärzte und Ärztinnen betreut. 64 Mediziner teilen sich 61,75 Sitze. Diese Zahl entsteht durch die geleisteten Stunden, da nicht alle Hausärzte eine volle Stelle ausfüllen.
Im Vergleich zur letzten Bedarfsplanung hat es für den Planungsbereich Wilhelmshaven eine positive Entwicklung gegeben. So waren im Februar 1,5 Sitze ausgeschrieben, die durch ausreichende Bewerbungen besetzt werden konnten. „Das sind sehr erfreuliche Entwicklungen“, sagt Matthias Abelmann, Allgemeinmediziner und KVN-Bezirksstellenvorsitzender in Wilhelmshaven. Wenngleich die flächendeckende Versorgung im Bereich der Hausärzte aktuell gewährleistet ist, werde die Versorgung in Zukunft zum Problem. In den nächsten fünf Jahren werden nämlich bis zu 25 Prozent der Ärzte in Rente gehen, so Abelmann. Niedersachsenweit wird die Zahl der praktizierenden Ärzte auf circa 3750 sinken. So werde der hausärztliche Versorgungsgrad im Jahr 2035 in allen Planungsbereichen in Niedersachsen die Marke von 100 Prozent unterschreiten. Die KVN rechnet in Wilhelmshaven für das Jahr 2035 mit einem Versorgungsgrad von 70 bis unter 80 Prozent.
Versorgung in Zukunft schwierig
Die Versorgung werde in Zukunft eine andere werden, erklärt Abelmann. „Patienten werden längere Anfahrtswege und Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.“ Auch im Bereich der Kindermedizin. In Wilhelmshaven und Friesland sind aktuell 13 Ärzte auf 12,5 Sitzen tätig, trotz des guten Versorgungsgrades sieht die KVN den Bedarf in der Region. Ärzte können sich somit weiterhin auf die Ausschreibungen bewerben, um sich in der Region niederzulassen.
Um die Bedarfslücken der ärztlichen Versorgung in Zukunft zu schließen, seien nicht nur mehr Studienplätze nötig. Die Anforderungen an einen Hausarzt hätten sich in den vergangenen Jahren stark verändert, erklärt der Allgemeinmediziner. Für viele angehende Ärzte spiele nicht nur die Region, in der sie sich niederlassen möchten, eine große Rolle, sondern auch Rahmenbedingungen wie geregelte Arbeitszeiten. Das sei mit einer Hausarztpraxis nicht immer vereinbar, daher müsse der Beruf für Studienanfänger wieder attraktiver werden.
