Kiel/Wilhelmshaven - Der Hochseeschlepper „Rügen“ ist im Marinestützpunkt in Kiel feierlich in Dienst gestellt worden. Nur sechs Monate nach Angebotsende hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr den ersten von zwei gebrauchten Hochseeschleppern für die Marine beschafft. Die „Rota Endurance“, wie das Schiff vorher hieß, soll in Wilhelmshaven stationiert werden und ist als Ersatz für die ehemalige „Wangerooge“ vorgesehen, deren Instandsetzung aus wirtschaftlichen Gründen ausscheidet.
In Kiel finden die abschließende Inspektion und die Einweisung der neuen Besatzung statt. Der letzte Arbeitsschritt sieht vor, dass durch das Marinearsenal in Rostock noch die notwendigen militärischen Anpassungen vorgenommen werden. Nach Abschluss dieser Maßnahmen wird der Schlepper unter seinem neuen Namen „Rügen“ Kurs auf den neuen Heimathafen Wilhelmshaven nehmen.
Die im Jahr 2003 in Norwegen gebaute „Rota Endurance“ ist 80 Meter lang (zum Vergleich: Die „Wangerooge“ misst 52 Meter) und gehörte zuletzt einem britischen Unternehmen. Sie wurde bislang als sogenannter Ankerziehschlepper bei der Assistenz von Bohrinseln, großen Rohrlegern und bei der Verschleppung von Bohrinseln und anderen großen Offshore-Anlagen eingesetzt. Mit 179 Tonnen verfügt der Schlepper über einen starken Pfahlzug (quasi die Zugkraft des Schleppers). Moderne Hafenschlepper haben einen Pfahlzug von bis zu 60 Tonnen.
