Heppens - Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Sanierung der historischen Stahlfenster des alten Lagerhauses im Textilhof mit 100 000 Euro. Der Betrag entstammt zahlreichen Spenden und dem Erlös der „Glücksspirale“-Lotterie.
Michaela Schweers-Sander, Wilhelmshavener Ortskuratorin der Denkmalschutz-Stiftung, überbrachte am Freitag den symbolischen Fördervertrag an die „Hausherren“, Klaus Puschmann, Geschäftsführer der Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit (GPS), GPS-Fördermittelmanager Bernd Heidenreich und die BeKa („Beratung, Kommunikation und Arbeit“).
Die Stahlfenster in den Giebeln des Dachgeschosses sollen im kommenden Jahr hergerichtet werden. Es handelt sich um Originale, die bei der Errichtung des Gebäudes im Jahr 1911 eingebaut worden sind. „Damit kann ein Anfang gemacht werden. Wir wollen den Originalzustand des Gebäudes wiederherstellen und erhalten“, sagt GPS-Fördermittelmanager Bernd Heidenreich. Die weiteren nachfolgenden Maßnahmen würden sich über mehrere Jahre ziehen. So sollen unter anderem die ergraute und stellenweise beschädigte Spritzputz-Fassade des Gebäudes ersetzt und ein nachträglich angebrachter Anbau abgerissen werden. Geplant ist außerdem die energetische Sanierung des Daches. Solche Maßnahmen seien ohne Unterstützer und Förderer für gemeinnützige Organisationen wie die GPS nicht zu schaffen.
Größtes Ziel für alle Beteiligten ist es, das geräumige Dachgeschoss nutzbar zu machen. Für die GPS sind etwa Räume für inklusive Veranstaltungen denkbar. Gleichzeitig sei man auch für weitere Ideen aus der Bevölkerung offen.
Die BeKa, eine Tochter der GPS, ist eine Trägereinrichtung für Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte und betreibt hier unter anderem die Jugendwerkstatt. Zudem finden sich im Gebäude die Wilhelmshavener Tafel, ein soziales Kaufhaus und das Atelier des Künstlers Bernd Nöhre.
Wie viel Leben schon jetzt in dem historischen Objekt steckt und wie viel Potenzial für zukünftige Nutzungen es bietet, ist für Betrachter auf den ersten Blick nicht sofort sichtbar. Die jetzt angestoßenen Baumaßnahmen sollen helfen, dieses für Wilhelmshavens Geschichte so bedeutende Baudenkmal herauszuputzen – auch im Einklang mit dem künftigen Sanierungsgebiet Tonndeich und weiteren möglichen Förderungen.
„Hier wird Dornröschen wachgeküsst“, fasste Michaela Schweers-Sander das große Bauvorhaben bildlich zusammen. Die GPS habe ein großes Projekt vor sich, aber mit viel Engagement die Denkmalstiftung davon überzeugt, die Herrichtung des ehemaligen Lagerhauses zu unterstützen.
