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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

Hoffen auf Wachstum und Ausbildung

05.01.2010

Wilhelmshaven/HL/kle/mm/zy Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise im vergangenen Jahr ist auch an Wilhelmshaven nicht spurlos vorübergegangen. Darin sind sich Unternehmer und Verbände aus der Region einig. Ebenfalls einig sind sie sich allerdings auch in ihrer Einschätzung für das Jahr 2010: Verhaltener Optimismus macht sich breit.

Banken

„Das würde ich so unterschreiben“, sagte Günter Dresen, Vorstand der Volksbank Wilhelmshaven, am Montag auf Nachfrage dieser Zeitung. Zwar werde 2010 eine Herausforderung werden, die Region Wilhelmshaven sei aber nicht so dramatisch vom Abschwung betroffen gewesen wie der Rest der Republik. Mittel- und langfristig denken nach Aussage von Günter Dresen derzeit auch die Kunden der Volksbank, seien es Privatkunden oder Unternehmen. „Eine Kreditklemme sehe ich zum Beispiel nicht.“

Niedrige Zinsen und stabile Preise erwartet der Vorstand der Sparkasse Wilhelmshaven für 2010. Die Stimmung in den Unternehmen der Region habe sich bereits verbessert und man schaue zuversichtlich auf die zukünftige Entwicklung Wilhelmshavens, heißt es in einer Presseerklärung.

Verbände

Martin Steinbrecher, Präsident des Allgemeinen Wirtschaftsverbandes Wilhelmshaven-Friesland, möchte nicht in riesige Euphorie verfallen, sieht das bevorstehende Jahr aber als ein stabiles. „Wir müssen mittel- und langfristig denken“, sagte er im Hinblick auf Negativ-Meldungen der vergangenen Wochen, in denen beispielsweise Eurogate die Ausbildung der Facharbeiter für Hafenlogistik für den JadeWeserPort nach hinten verschoben hat. Den Bau des Containerhafens, des neuen Kraftwerkes und den Tourismus in der Küstenregion sieht er als positive Indikatoren für ein stabiles Jahr.

Handwerk

Unterschiedlich sind die Erwartungen im Handwerk. Während die Bau- und Baunebenwirtschaft u.a. von den Konjunkturprogrammen bzw. Modernisierungsprogrammen profitiere und die meisten Betriebe mit der Auftragslage zufrieden seien, so Eckhard Stein, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Jade, gebe es einige Gewerke, die von einer gewissen Zurückhaltung betroffen seien. Darunter fielen z. B. die Friseure. Eine generelle Aussage für das begonnene Jahr sei jedoch nicht möglich.

Mittelstand

In die Reihe der verhaltenen Optimisten passt auch Heiko Eibenstein, Geschäftsführer der Firma HPKJ (Hydraulik-Pneumatik-Kontor Jade). „Als Zulieferer für den allgemeinen Maschinenbau befinden wir uns natürlich in Krisenzeiten in einem schwierigen Umfeld“, sagte Eibenstein auf Nachfrage. Im vergangenen Jahr habe die Firma jedoch einen neuen Bereich akquiriert und ist nun auch als Zulieferer für den Energiebereich tätig (die WZ berichtete). Die Firma setzt auch weiterhin auf Wachstum. „Wir werden in diesem Jahr zusätzliche Mitarbeiter einstellen und uns weiter vergrößern“, sagte Eibenstein. Und weiter: „Das würde ich nicht tun, wenn ich nicht sicher wäre, dass wir genug Arbeit für die Mitarbeiter finden.“

Industrie

Genug Arbeit für 750 Mitarbeiter erhofft sich auch der Kranhersteller Manitowoc, je nach Auftragslage unter Inanspruchnahme des Arbeitsmarktinstrumentes Kurzarbeit. Schon vor Wochen prognostizierte Geschäftsführer Thomas Steuer: „Wenn alles gut läuft und der Auftragseinbruch das Minus von 50 Prozent nicht übersteigt, dann glaube ich, dass Manitowoc auch 2010 eine Belegschaftsstärke von 750 Mitarbeitern halten kann.“

Einzelhandel

„Gut aufgestellte Firmen überstehen auch eine Krise“, sagte Daniela Leffers als Vertreterin des City-Interessen-Vereins. Viele ihrer Kollegen und auch sie selbst seien mit 2009 zufrieden gewesen, von Verlusten wisse sie nichts. Ähnliches erwartet die Geschäftsfrau auch für das Jahr 2010. Wie viele andere Firmen setzt sie auch weiterhin auf die Ausbildung junger Menschen. Ähnlich positiv schaut auch CIV-Vorstandsmitglied Julia Griesbach (Speed & Cotton) in die Einzelhandels-Zukunft.

Nach dem erfolgreichen 2009 hoffen die Kaufleute im Stadtnorden auch auf ein gutes 2010. „Wir haben fast keine Leerstände“, sagte Stefan Marxfeld, Vorsitzender des Fördervereins City Nord.

Verhalten positiv sind die Aussichten laut Aussagen des Göbi-Vorsitzenden Jens Eilers. Durch ein erfolgreiches 2009 habe man sich eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Hoffnung hegen die Kaufleute an der Gökerstaße und umzu auf eine Belebung und Umgestaltung des Bismarckplatzes – trotz der Haushaltssperre, so Eilers weiter.

Landwirtschaft

Wilhelmshavens Landwirte blicken mit gemischten Gefühlen auf das neue Jahr. „Viel schlechter als das abgelaufene Jahr kann es ja nicht mehr werden“, sagte Gerhard Siebels, Vorsitzender des Landvolk-Ortsvereins Wilhelmshaven. Im Hinblick auf die niedrigen Preise für Milch und Getreide hält er sich bedeckt: „Mein Gefühl sagt mir eigentlich, dass wir langsam aus der Talsohle herauskommen.“ Derzeit liege der Milchpreis zwischen 26 und 28 Cent pro Kilo Milch. Von geplanten Hofaufgaben weiß Siebels derzeit nichts.

Wohnungswirtschaft

An eine „solide Entwicklung der Wohnungswirtschaft in 2010“ glaubt Frank Menzel, Geschäftsführer des Bauvereins Rüstringen. Er spricht von einer stabilen Lage im mittleren Preissegment mit Trend zu kleineren, bezahlbaren Wohnungen. Chancen sieht er in Nischen wie z. B. bei höherwertigen Wohnungen als Folge der Großinvestitionen auf den Grodenflächen.

Maritime Wirtschaft

Die Nord-West-Oelleitung GmbH (NWO) startet mit positiven Erwartungen in das Jahr 2010. In der Wirtschaftskrise, die sich 2009 auch bei der NWO bemerkbar machte, konnten durch nicht geplante Ölförderpausen, verschiedene Instandhaltungsmaßnahmen vorgezogen werden, so dass für 2010 bereits Vorarbeit geleistet wurde. Auch in diesem Jahr ist keine Kurzarbeit geplant – und die Mitarbeiterzahlen bleiben konstant. Für die Rhenus Midgard war 2009 mit knapp 3,5 Millionen Tonnen Umschlag am Standort Wilhelmshaven das erfolgreichste Jahr in ihrer Geschichte. Vor diesem Hintergrund wird das neue Jahr aus Sicht des Hafenlogistikunternehmens wieder „voller positiver Herausforderungen und großer Chancen für weiteres Wachstum am Standort“ sein. Neben der weiteren Intensivierung des Umschlaggeschäftes im Inneren Hafen sind der laufende Ausbau der Niedersachsenbrücke und des Massenschüttgutlagerplatzes auf dem Rüstersieler Groden wieder Topthema für das neue Geschäftsjahr.

Gastronomie

Die Preise für Übernachtungen werden trotz der geringeren Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent nicht fallen. Das sagte Robert Jacobs, Vorsitzender des DeHoGa-Verbandes Wilhelmshaven. „Man hätte besser die Mehrwertsteuer für die allgemeine Gastronomie senken sollen.“ Einen Aufschwung erwartet Jacobs nicht.

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