Wilhelmshaven - Hunderte Mitarbeiter der Stadt Wilhelmshaven, des Marinearsenals und der Wasserschifffahrtsverwaltung sind am Donnerstag für mehr Gehalt auf die Straße gegangen. Der Protestzug zog vom Werftarbeiter-Denkmal an der Marktstraße quer durch die Innenstadt zur Abschlusskundgebung auf dem Ratshausplatz.
Die Gewerkschaft Verdi hatte zu dem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Sie fordert 10,5 Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, mindestens aber 500 Euro. Gerade für die unteren Lohngruppen sei die Situation durch die hohe Inflation inzwischen existenzbedrohend, sagte TBW-Mitarbeiter Günther Friedrichs am Rande der Abschlusskundgebung. Er sei zur Demo gekommen, um ein Zeichen zu setzen, gerade in diesen schwierigen Zeiten. „Wir wollen nicht immer nur mit zwei oder drei Prozent abgespeist werden“, sagt Friedrichs.
Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates der Stadt, Norbert Weinberg, zeigte sich hochzufrieden mit der großen Unterstützung. Über 500 Menschen haben sich an dem Protestzug beteiligt. Auch viele Nicht-Verdi-Mitglieder hätten aus Solidarität ihre Arbeit niedergelegt, so Weinberg. Zudem seien auch Kollegen aus Nordenham nach Wilhelmshaven gereist, um den Protest zu unterstützen. Auch Weinberg unterstrich, wie wichtig das Mehrgehalt gerade für die Kolleginnen und Kollegen mit kleinen Einkommen ist und er kritisierte, dass sich die Arbeitgeberseite gerade in der jetzigen Situation so schwer tut, der Gewerkschaftsforderung entgegen zu kommen: „Wir stecken Abermillionen in Rüstungsgüter, aber diejenigen, die täglich in den Kommunen die Folgen spüren, und sich zum Beispiel um Flüchtlinge kümmern, müssen um jeden Cent betteln. Das passt doch nicht zusammen“, sagte Weinberg.
