Voslapp/Fedderwardergroden
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Durch die geplante Verlängerung der Autobahn 29 bis zum künftigen Jade-Weser-Port wird Wilhelmshavens Anbindung an den Fernverkehr deutlich verbessert. Das betonten Theodor Bley, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Oldenburg), und Franz Pfeiffer vom Planungsbüro Thalen (Neuenburg). Sie stellten das 10-Millionen-Euro-Projekt jetzt im Bauausschuss vor.Das Geschenk des Bundes an die Stadt löste dort nicht nur Begeisterung aus. Sorge bereitet der Fertigstellungstermin. Falls das laufende Planfeststellungsverfahren zügig in einen rechtskräftigen Beschluss münde und das Verfahren von Klagen verschont bleibe, sei mit einem Baubeginn 2008 oder Frühjahr 2009 zu rechnen, sagte Bley. Ausbau und Verlängerung der A 29 auf der Trasse des Niedersachsendamms würden rund drei Jahre in Anspruch nehmen – also bis 2012.
Ende 2010 sollen aber nach bisherigen Planungen die ersten Containerschiffe am Jade-Weser-Port festmachen. „Dann müssten die Container-Laster vorbei an Wohnhäusern und Altenheimen? Das kann nicht angehen“, stellte SPD-Fraktionschef Siegfried Neumann fest.
Im Zuge der Bauarbeiten zwischen der Anschlussstelle Fedderwardergroden und dem neuen Autobahn-Endpunkt in Höhe der Straße Am tiefen Fahrwasser sollen u. a. alle höhengleichen Kreuzungen aufgehoben werden. So wird die A 29 künftig im Bereich Flutstraße (Marktkauf-Abfahrt) über eine neue Brücke geführt.
Auch der Friesendamm, das Bahngleis und der Voslapper Schlafdeich sollen durch eine Brücke überwunden werden. In der Preußenstraße wird eine neue Autobahnauffahrt Richtung Oldenburg gebaut. In Höhe Flutstraße entsteht eine Abfahrt (aus Oldenburg kommend) sowie eine Auffahrt in Richtung Oldenburg. Die Fahrbahnbreite der A 29 ab Preußenstraße in Richtung Hafen wird nach Norden verbreitert. Darin liegt, so Bley, auch einer der Gründe für die lange Bauzeit. Der Untergrund muss durch eine Sandauflast verdichtet werden.
Während der Bauarbeiten werde die A 29 weitgehend einspurig befahrbar bleiben. „Vollsperrungen für einige Monate lassen sich aber nicht vermeiden“, räumte der Fachmann ein. Für diese Zeit werde der Verkehr umgeleitet.
In ihrer vom Bauausschuss empfohlenen Stellungnahme drängt die Stadt darauf, dass die Verkehrs-Umgehung nicht durch Wohnstraßen in Voslapp, Rüstersiel oder Fedderwardergroden gelegt wird. Möglicherweise könne die Raffineriestraße als Umgehung genutzt werden.
Durch den künftigen Autobahnverkehr werden nach Berechnungen von Gutachtern lediglich sechs Gebäude über Gebühr betroffen. Finanziell muss sich die Stadt an den Baukosten dort beteiligen, wo städtische Straßen an die A 29 angebunden werden. Bley beziffert den städtischen Kostenanteil auf 1,02 Millionen Euro.
Die Stadt könne allerdings mit einem Zuschuss in Höhe von 60 Prozent nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz rechnen.
