Wilhelmshaven
Betretene Gesichter auch gestern bei der Traditionsfirma Ford Hillmann am Banter Weg in Wilhelmshaven: Wenige Tage vor Weihnachten gehen die Mitarbeiter davon aus, dass der vorläufige Insolvenzverwalter – es ist der Edewechter Anwalt Wolf Dieter Weber – ihnen zum Jahresanfang kündigt. Das hat er dem Betriebsrat mitgeteilt.„Dann droht den meisten Mitarbeitern die Arbeitslosigkeit,“ sagte Peter Anders, Sekretär der IG Metall. Nach seinen Worten haben die 36 Beschäftigten auch nach Beantragung des Insolvenzverfahrens weitergearbeitet, um Kunden zu bedienen und um Masse zu erwirtschaften, weil das Insolvenzausfallgeld nur für drei Monate – hier von Oktober bis Dezember – gezahlt wird.
Anders: „Es ist bedauerlich, dass dieses Traditionsunternehmen keine Perspektive mehr hat. Auf die Krise in der Branche wurde zu spät reagiert.“ Die Mitarbeiter jedenfalls hätten seit April 2004 mit Lohnverzicht, der sich nun bei der Berechnung des Arbeitlosengeldes negativ auswirke, einen erheblichen Beitrag zum Überleben geleistet. Für sie sei die schwere Krise und das mögliche Ende hausgemacht.
Das Unternehmen hat nach Gewerkschaftsangaben einen Kundenstamm von rund 8300. Positiv sei nur, dass die vier Azubis ihre Ausbildung andernorts beenden können, dass einige Beschäftige neue Arbeitsplätze in Aussicht haben.
Nun klammert man sich in dem Betrieb an das Prinzip Hoffnung: Es halten sich Gerüchte, die von einer Fortführung des Betriebes 2006 wissen wollen.
