Der vorläufige Insolvenzverwalter gibt sich optimistisch. Ein neues Konzept soll das Traditionsunternehmen retten.
Von Gerd AbeldtWilhelmshaven
– Der Geschäftsbetrieb bei der in finanzielle Schieflage geratenen Peine-Gruppe geht trotz Insolvenz weiter. Wie der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt Michael Waculik (Jever) am Montag gegenüber dieser Zeitung sagte, werde er in Zusammenarbeit mit den bisherigen Geschäftsführern Andreas Wagner und Markus Kamsteeg alle Möglichkeiten prüfen, das Unternehmen dauerhaft zu retten.Die Geschäftsführung des Modeunternehmens hatte am vergangenen Freitag Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind rund 150 Mitarbeiter, davon 130 in Wilhelmshaven. Als Hauptgrund für die Schieflage verwiesen Waculik und Wagner auf eine „ad-hoc-Entscheidung einer ausländischen Bank“, die von jetzt auf gleich „den Stecker herausgezogen“ habe.
Wagner und Kamsteeg hatten 2006 das operative Geschäft des Traditionsunternehmens von der Familie Peine übernommen. Der Übergang war durch eine private Beteiligungsgesellschaft finanziell abgesichert worden. Die Renditeerwartung der Investoren und der Unternehmenserfolg passten offenbar auch angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen insgesamt nicht zusammen.
In den sechs zur Gruppe zusammengefassten Unternehmen wird der Vertrieb von hochwertiger Herrenoberbekleidung der Marken Mario Barutti, Pierre Laffitte, San Siro und Musterhand für das In- und Ausland organisiert. Eine eigene Produktion gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Zu den Kunden zählen Bekleidungsfachgeschäfte und Modehäuser. Für 2009 wird ein Umsatz von 36 Millionen Euro angepeilt. Nichts mit der Insolvenz zu tun hat übrigens das Modehaus Bartsch, das früher einmal Teil der Peine-Gruppe war.
Bis Ende November soll ein zukunftsfähiges Konzept stehen, das dann ab dem 1. Januar 2010 umgesetzt werden könnte. Die Gehälter der Mitarbeiter sind durchs Insolvenzausfallgeld abgesichert.
„Ich habe den Eindruck, hier arbeitet eine hochmotivierte Mannschaft – das gilt auch für die Geschäftsleitung“, sagte Waculik. Das weitere Vorgehen werde man mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall abstimmen. „Alle Aufträge werden wie bisher bearbeitet, das operative Geschäft läuft weiter“, sagte der Insolvenzverwalter.
