Wilhelmshaven - Der Fußboden ist mit Pappe abgedeckt, Kabel hängen von der nackten Betondecke. Handwerker stehen auf hohen Leitern, montieren lange Lüftungsrohre. Und draußen vor der Tür stapeln sich zerlegte Bücherregale – eingewickelt in Plastikfolie.
Seit Wochen ist die Bibliothek der Jade Hochschule eine Großbaustelle. Dass bereits zum kommenden Wintersemester die Studierenden an diesem Ort wieder ihre Fachbücher ausleihen können, ist beim aktuellen Anblick zumindest für Laien schwer vorstellbar. Ralf Gronewold indessen ist ganz entspannt, als er über die Baustelle führt: „Wir liegen bestens im Zeitplan“, sagt er. Als Standortkoordinator des gemeinsamen Gebäudemanagements von Jade Hochschule und Universität Oldenburg ist Gronewold für die Liegenschaften in Wilhelmshaven zuständig und an der Planung von Baumaßnahmen beteiligt – von der routinemäßigen Instandsetzung bis zum Mensa-Neubau, der jüngst nach mehrjähriger Bauzeit auf dem Campus eröffnet wurde.
450.000 Euro für Sanierung der Bibliothek
Die Modernisierung der Bibliothek samt neuer Lüftungsanlage lässt sich die Hochschule 450.000 Euro kosten. Und sie geht schnell voran. Zweieinhalb Monate. Mehr Zeit bleibt den beauftragten Handwerksbetrieben nicht, um größere Maßnahmen auf dem Campus bis zur Rückkehr der Studierenden ins Ziel zu bringen. Eine gute Vorbereitung sei deshalb wichtig, so Gronewold. So mussten gut 1400 Meter Regale voll Bücher ausgelagert werden. Die Bücher stehen derzeit in Holzregalen, die in neun begehbaren Containern untergebracht sind. Dort können sie während der Bauarbeiten ausgeliehen werden. Zum Semesterstart sollen die gefüllten Regale wieder an Ort und Stelle stehen – so zumindest der Plan.
Rundgang mit Standortkoordinator Ralf Gronewold: In vielen Bereichen der Jade Hochschule wurden neue LED-Leuchten installiert.
Bis dahin ist noch einiges zu tun. „Wenn wir schon mal am Reißen sind, dann richtig“, sagt Gronewold und zeigt zu den Fenstern, die komplett erneuert wurden – im Sinne der energetischen Sanierung. Und da für die Montage der Lüftungsanlage ohnehin die komplette Decke abgehängt werden musste, wird diese gleich mit erneuert. Obendrauf gibt es eine neue LED-Beleuchtung. Zudem entstehen zusätzliche Lernplätze für die Studierenden. Die Versorgung mit W-Lan wird verbessert und die Brandmeldeanlage mit einer flächendeckenden Rauchüberwachung auf den neuesten Stand gebracht.
Hinter den Hallen wird neu gepflastert
Die Bibliothek ist derzeit aber längst nicht die einzige Baustelle. So riecht es in vielen Gängen des Hauptgebäudes nach frischer Farbe und neue LED-Leuchten spenden Licht auf etlichen Fluren. Weitere Leuchten sollen noch ausgetauscht werden. Und vor allem im Maschinenhallen-Trakt entstehen zusätzlich flexible Lernplätze.
Im Außenbereich der Maschinenhallen wird ebenfalls bald wieder gerissen: Rampe, Licht, Stromversorgung, Fahrradunterstand und die Pflasterung aus dem Jahr 1967 – alles muss erneuert werden. „In sechs Wochen sollen die Pflasterarbeiten beginnen“, sagt Gronewold.
Anschließend wird noch ein überdachter Platz geschaffen, auf dem sich Studierende aus den Maschinenhallen zur Pause oder zum Lernen treffen können. Geschätzte Baukosten für die Maßnahme: 550.000 Euro.
In einer Maschinenhalle stehen ebenfalls größere Arbeiten an. Halle M E03 wird für 300.000 Euro mit einer neuen Lüftungsanlage ausgestattet. Die Anlage wurde zusammen mit der Lüftung der Bibliothek bestellt und steht schon für den Einbau bereit. Sie soll für einen deutlich besseren Luftaustausch sorgen – auch vor dem Hintergrund des Quecksilberunfalls, der sich 2017 in einer der Hallen ereignete..
Hinter den Maschinenhallen wird der Außenbereich komplett erneuert. In sechs Wochen sollen die Pflasterarbeiten beginnen.
Pläne für Sanierung des Hochspannungslabor
Das Hochspannungslabor ist in die Jahre gekommen. Davon zeugt nicht nur das alte Schaltpult. Die Hochschule plant, insgesamt 2,8 Millionen Euro in die Sanierung des Labors zu investierten.
Eine weitere große Baumaßnahme wirft ihre Schatten voraus: Das mehrgeschossige Hochspannungslabor soll komplett entkernt und neu aufgebaut werden. Anschließend wird die Krananlage erneuert, mit der die schweren Geräte bewegt werden können.
Insgesamt 2,6 Millionen Euro sind für die Maßnahme eingeplant. „Die Planungen für die Maßnahme haben begonnen und laufen noch“, sagt Gronewold, der sich über Langeweile in den nächsten Semesterferien keine Gedanken machen muss.
