Wilhelmshaven - In intensiver Vorarbeit im Rahmen des Politikunterrichts haben sich Schüler der 9. und 12. Jahrgänge der Cäcilienschule auf diesen besonderen Besuch vorbereitet. Landtags-Vizepräsident Jens Nacke (CDU) ging am vergangenen Freitag mit den Jugendlichen ins Gespräch und beantwortete ihre Fragen rund um die Arbeit des Landtagspräsidiums, die Demokratie, seine Rolle als Abgeordneter, seinen persönlichen Werdegang und weitere Themen des politischen Lebens.

Möglich macht dies ein neues Format der Bildungsarbeit des Niedersächsischen Landtags. Unter dem Titel „Präsidium bei Euch“ besuchen die Landtagspräsidentin und die Vizepräsidenten Schüler aller Schulformen ab der 7. Klasse in ganz Niedersachsen. Im Mittelpunkt stehen hierbei neben der Landespolitik auch Gegenwart und Zukunft der Demokratie − so auch beim Gespräch im Forum der „Cäci“.

Und auch, wenn Jens Nacke ganz kurzfristig für seine erkrankte Amtskollegin Meta Janßen-Kucz eingesprungen war, so beantwortete das Landtagsmitglied aus dem Ammerland die vielen Fragen der Schüler stets souverän, offen und insbesondere auf Augenhöhe.

Die Aufgabe der Mitglieder des Präsidiums sei es, bei den Sitzungen dafür zu sorgen, dass es einen fairen Ausgleich zwischen den Redebeiträgen gibt, die Ordnung im Gremium trotz teils hochkochender Emotionen beibehalten wird. „Es ist wichtig, dass alle Abgeordneten fair behandelt werden und die Möglichkeit haben, ihre politischen Ziele vorzustellen“, betonte Nacke.

Der Frage, was die Politik tun sollte, um das Vertrauen der Bürger in die Demokratie und die staatlichen Institutionen zu stärken, entgegnete Jens Nacke kurz und sachlich: „Gute Entscheidungen treffen!“. Wenn Menschen das Gefühl bekommen, dass es nicht gut laufe, Angst bekommen, dass ihr Leben durch verschiedene Entwicklungen negativ beeinträchtigt werde, dann führe dies dazu, dass die Zufriedenheit sinke. Auch wenn bei Koalitionsverhandlungen viele Fragestellungen diskutiert und ausgehandelt werden, seien die meisten Probleme nicht vorauszusehen. „Erst bei aktuellen Fragestellungen können sich Regierungen beweisen und zeigen, ob ihre Prozesse funktionieren und sie gute Entscheidungen treffen“, sagte Jens Nacke.


Weitere Fragen drehten sich auch um die Risiken von Verschwörungstheorien und Falschmeldungen für die Demokratie und die Nutzung von sozialen Netzwerken, um mehr Bürger über politische Arbeit aufzuklären. Generell warb Jens Nacke dafür, im Schulunterricht mehr Freiräume zu schaffen, über aktuelle nachrichtliche Themen wie etwa den Israel-Gaza-Konflikt zu sprechen und zu diskutieren und die Ereignisse in den politischen Kontext zu setzen.

Hendrik Suntken
Hendrik Suntken Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung