Die Justizvollzugsanstalt am Ölhafendamm wurde vor 100 Jahren als Marine-Arrestanstalt gegründet. Am Sonnabend, 6. September, wird gefeiert.
Von Hartmut SiefkenHeppens
– Hereinspaziert heißt es am Tag der offenen Tür. Von 11 bis 16 Uhr kann, wer will, einen Blick hinter die Kulissen werfen. Auch Justizminister Bernd Busemann hat sein Kommen zugesagt. Die Bediensteten der Anstalt haben ein großes Programm vorbereitet, Polizei, Zoll, die Freiwillige Feuerwehr Heppens, die Feldjäger und der Weiße Ring beteiligen sich mit Präsentationen, Spiel- und Unterhaltungsständen. Es gibt Erbsensuppe, Bratwurst vom Grill, Kaffee und Kuchen, Live-Musik und vieles mehr. Im alten Luftschutzbunker wird die Dokumentation „Von der Marinearrestanstalt zur JVA Oldenburg, Abteilung Wilhelmshaven“ gezeigt.Gerd Koop, Leiter der Justizvollzugsanstalten Oldenburg, seine Stellvertreterin Inge Rzepucha-Sobotta, der Wilhelmshavener Abteilungsleiter Rolf Zumbrink, sein Stellvertreter Erwin Timm und der Vollzugsbeamte Mike Cramme, der die Festvorbereitungen leitet und die Geschichte der Anstalt in einer Broschüre aufgearbeitet hat, stellten das Programm des Tages vor.
Die Wilhelmshavener Justizvollzugsanstalt zählt laut Koop zu den modernsten in Niedersachsen. Das betrifft nicht nur ihren baulichen Zustand, sondern auch die Art des Vollzuges. Hier sitzen nur Gefangene des offenen Vollzuges ein, die sämtlich als Freigänger außerhalb der Anstalt in Betrieben arbeiten. Die Justizmitarbeiter, so Koop, bemühten sich intensiv, für ihre Gefangenen Arbeit zu bekommen. Mit den Betrieben würden Arbeitsverträge geschlossen und es werde Tariflohn gezahlt.
„Unser Leitbild ist: Konsequent und liberal“, sagte Koop. Ziel sei, die Gefangenen, von denen viele Fahrlässigkeitstäter seien, so bald wie möglich wieder in das Leben draußen zu integrieren. „Morgen sind sie wieder unsere Nachbarn.“
Mit der durchgängigen Entlassungsvorbereitung zähle die Wilhelmshavener Anstalt zu drei Modellstandorten in Niedersachsen. Man mache sehr gute Erfahrungen.
Durch die Fusion mit der JVA Oldenburg habe die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung am Ölhafendamm stark verbessert werden können. Anlass für die Fusion war im Jahr 2000 der Ausbruch von neun Gefangenen aus dem Untersuchungsgefängnis an der Gerichtsstraße, das der Justizvollzugsanstalt am Ölhafendamm unterstand. Das Gefängnis an der Gerichtsstraße wurde danach geschlossen.
Im Jahr 2002 erschütterte eine Gasexplosion das Heppenser Gefängnis. Im Keller des Verwaltungstrakts hatte ein Gefangener an der Leitung manipuliert. Einige Vollzugsbeamte und Polizisten wurden zum Teil schwer verletzt, drei Bedienstete mussten deswegen früher in Rente gehen. Danach wurde das Haus renoviert. Derzeit wird das Dachgeschoss zu Schulungsräumen ausgebaut, das Dach neu eingedeckt, die Fassade erhält einen neuen Anstrich. „Danach ist es das schönste Haus am Ölhafendamm“, glaubt Koop.
Am Ölhafendamm arbeiten 17 Vollzugsbeamte, ferner Verwaltungskräfte und eine Sozialarbeiterin.
