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Kabarett-Bundesliga im Pumpwerk ging in die zweite Runde

Ursula Grosse Bockhorn
Wilhelmshaven -

Zweiter Spieltag der Kabarett-Bundesliga im Pumpwerk. Dass Klaus Kohler in der Tabelle der 13 Akteure der Dritte von oben, Stefan Ebert der Zweite von unten ist, sagt erst einmal wenig aus. Beide sind dem Wilhelmshavener Publikum und selbst dem Kabarett-Experten Helmut Bär vom Pumpwerk unbekannt. An diesem Abend sollen sie jeweils 45 Minuten lang zeigen, was sie können.

Dann liegt die Entscheidung über die Punktevergabe bei dem mit Stimmzetteln ausgerüsteten Publikum. Der Mannheimer Stefan Ebert hat bereits die St. Ingberter Pfanne und die Innsbrucker Kleinkunströhre gewonnen, aber auch einen dritten Preis beim Bundeswettbewerb Gesang in der Sparte Chanson. Im Pumpwerk aber erntet er an diesem Abend nur höflichen Beifall.

Kaum ein Funke springt über, als er in Jeans und rotem T-Shirt die Partie mit einem Lied über Elektrostrom eröffnet. Zwar lassen seine mit E- und akustischer Gitarre sowie K-Board und Klavier dargebrachten Songs musikalisch gute Ansätze hören, aber die Texte seiner Lieder über Liebeskummer, Bewerbungsgespräche und andere Kalamitäten im Leben eines noch jungen Menschen lassen ahnen, dass er auch im weiteren Verlauf der Spielzeit in der Abstiegszone der Tabelle bleiben wird.

Ebenso unbeholfen wie die Texte wirkt die an die Bühnenpremiere eines Oberschülers in der Schulaula erinnernde Gestik. Klaus Kohler hätte seines Knalleffektes gar nicht bedurft, mit dem er das ein wenig ermüdete Publikum nach der Pause wirkungsvoll aufweckte. Elegant im schwarz-roten Frack, einem charmanten Zwinkern im Auge und virtuoser Fingerfertigkeit am Flügel erweist er sich als ligatauglicher Musiktheatermann, der den Aufstieg über den ersten Preis beim Ostbayerischen Kabarettwettbewerb geschafft hat.

Auch wenn er als kleines Currywürstchen vom Isarstrand am Ende unsanft bei Jacqueline in die Venusfalle tappt, kann er letztlich feststellen: Heute Abend läufts. Mag er als der begehrenswerteste Frauenheld, den die Damenwelt jemals übersehen hat angekündigt worden sein: An diesem Abend ist er überdeutlich präsent. Mit 8:2 landet der Charmeur mit dem bajuwarischen Schmäh einen klaren Punktsieg, der ihm den guten Tabellenstand sichern dürfte.

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