Wilhelmshaven - Paukenschlag beim Klinik-Neubau: Ab kommenden Monat wird es einen Baustopp für wahrscheinlich mehr als ein Jahr geben. Erst im Herbst 2024 rechnet das Klinikum mit einem Weiterbau, bestätigte die stellvertretende Stadtsprecherin Wiebke Klattenberg gegenüber der Wilhelmshavener Zeitung. Der Grund für den Mega-Baustopp: Es fehlt das Geld und die Stadt hat weiterhin keinen Zugriff auf ein Konto bei der Deutschen Kreditbank (DKB), auf dem fast 100 Millionen Euro Fördergelder für den Neubau liegen. Die Bank hatte das Konto aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage des Klinikums bereits vor Monaten gesperrt. Zuletzt wollte die Stadt mit einer Bürgschaft die Bank zur Öffnung des Kontos bewegen. Das hatte der Rat in einer Sondersitzung zum Klinikum im Mai beschlossen. Doch der DKB reicht die Bürgschaft nicht aus, so Klattenberg.
Planungsausschuss muss über Bau beraten
Stattdessen fordert die Bank weiterhin das Sanierungskonzept, das außerdem von einem externen Gutachter darauf geprüft werden soll, ob damit eine wirtschaftlich tragfähige Zukunft des Hauses möglich ist. Das Sanierungskonzept ist bereits von der Geschäftsführung fertiggestellt worden und aktuell in Prüfung. Zudem verlangt die Bank eine neue Kostenschätzung für den Bau. Bereits seit längerem ist geplant, dass der Neubau kleiner werden soll als ursprünglich geplant. Das liegt daran, dass sich die Anforderungen durch die Entwicklungen im Gesundheitssystem in den vergangenen Jahren geändert haben.
Wie der Neubau konkret aussehen soll, ist ebenfalls erst genau zu bestimmen, wenn das Sanierungskonzept vorliegt. Und dann muss das Thema noch mit dem niedersächsischen Sozialministerium abgestimmt und im Landesplanungsausschuss beraten werden.
Tiefgründung ist fast abgeschlossen
Allein dies wird mindestens bis September dauern. Erst dann rechnet das Klinikum damit, dass die DKB das Konto wieder öffnet, so Klattenberg.
Aktuell laufen die Arbeiten an der Friedrich-Paffrath-Straße noch. Die Tiefgründung für den Klinik-Neubau ist auf der Zielgeraden. Diese konnte unabhängig von den Millionen des DKB-Kontos erfolgen, da der Rat im Mai eine 24-Millionen-Euro-Finanzspritze für die Einrichtung genehmigt hatte.
Ein Teil des Geldes war für den Weiterbau vorgesehen und ist nun aufgebraucht. Sollte die DKB nach dem Landesplanungsausschuss im September tatsächlich das Geld freigeben, ist der Weiterbau allerdings noch immer in weiter Ferne, da viele Pläne überarbeitet und Arbeiten neu ausgeschrieben werden müssen. Wegen der Verzögerungen gehen die Verantwortlichen nach WZ-Informationen inzwischen von einer Fertigstellung des Baus erst im Jahr 2028 aus.
