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Grundwasser muss abgepumpt werden Das Wasser geht direkt in die Nordsee

Mit diesem Großgerät werden die Löcher in der Baugrube für den Neubau des Klinikums in den Boden gebohrt. Im Vordergrund sind bereits versenkte Mikropfähle zu erkennen.

Mit diesem Großgerät werden die Löcher in der Baugrube für den Neubau des Klinikums in den Boden gebohrt. Im Vordergrund sind bereits versenkte Mikropfähle zu erkennen.

MichalskiMedia

Wilhelmshaven - Nach der coronabedingten Zwangspause bei der Tiefgründung auf der Großbaustelle an der Friedrich-Paffrath-Straße in der Jadestadt sind die Bohrarbeiten jetzt wieder angelaufen. Es gilt, 911 Löcher bis zu einer Tiefe von 30 Metern ins Erdreich zu bohren; die Stahlbetonpfähle sollen den Neubau tragen. Dafür muss jede Menge Grundwasser abgepumpt werden, das sonst die Baugrube fluten könnte. Allein beim oberflächennahen Grundwasser sind es rund 35.000 Liter pro Stunde, die bislang über das Abwassersystem des Klinikums in die städtischen Abwasserrohre der Technischen Betriebe Wilhelmshaven (TBW) am Altengrodener Weg abgeleitet werden. Zudem musste im Zuge der Tiefgründung in etwa 17 Metern Tiefe ein zweiter Grundwasserstock unterhalb einer schützenden Torfschicht bearbeitet werden. Deshalb wurden sieben Entlastungsbrunnen bis zu einer Tiefe von 20 Metern gebohrt.

Wasser ist deutlich salzhaltiger

In dem zweiten Grundwasserleiter muss der Pegel und dadurch der enorme Auftrieb gesenkt werden“, erklärt Projektleiter Menhard Schoof. In den vergangenen Tagen wurden weitere Brunnen gebohrt. Das hier befindliche Wasser wurde untersucht. Es ist deutlich salzhaltiger als das „oberflächennahe“ Grundwasser – ähnelt also dem Wasser in der Nordsee. Dies kann daher nicht über die Kläranlage der TBW entwässert werden. Es ist direkt in die Nordsee einzuleiten. Für die Bohrpfahlherstellung müssen neben den bereits erwähnten 35.000 Litern pro Stunde in Spitzenzeiten weitere 80.000 Liter Wasser abgepumpt werden. „Unsere Lösung solche großen Mengen an Wasser abzuführen ist es, vorhandene jedoch aktuell ungenutzte Leitungen in Betrieb zu nehmen“, sagt Oliver Leinert, Geschäftsführer Neubau Klinikum. „Dabei werden alte Leitungsabschnitte, die bereits im Boden liegen, mit Zwischenstücken verbunden.“

Stillgelegte Gasleitung

Zunächst geht es über eine Rohrbrücke auf die andere Seite der Friedrich-Paffrath-Straße. In Höhe des Verkehrskreisels am Parkhaus des Klinikums wird das Rohr an eine Abwasser-Druckleitung der TBW angeschlossen; diese verläuft in Richtung Kurt-Schumacher-Straße/Harlinger Weg. „Dort liegt eine stillgelegte Gasleitung der GEW“, sagt Menhard Schoof. Um die beiden Leitungen verbinden zu können, ist eine Rohrbrücke über den Harlinger Weg erforderlich. Die GEW-Leitung endet hinter der Brücke, die über die Maade führt. Ab dort führt ein neues Teilstück zum Endpunkt, dem Verteilerplatz 6 der Nordwest-Kavernengesellschaft (NWKG). Am Verteilerplatz 6 der NWKG wird das Nordseewasser aus der Baugrube des Klinikum-Neubaus mit der salzhaltigen Flüssigkeit gesammelt und mit dem Sole-Wasser vermischt, das beim Kavernenbau entsteht. Über die NWKG-Sole-Fernleitung geht es dann zurück in die Nordsee. Die Leitung werde rund 1,5 Jahre benötigt. Dann soll der Rohbau soweit abgeschlossen sein, dass das Gewicht des Neubaus größer ist als die Auftriebskraft des Grundwassers.

Relativ geräuschlos

Zurück zur Tiefgründung: Es sind mittlerweile zwei große und eine kleine Bohrmaschine in der tiefen Baugrube im Einsatz. Die Arbeiten gehen durch das Bohren relativ geräuschlos vonstatten. Während bei anderen Großbaustellen im Hafen oder im Arsenal jeder Rammschlag in großen Entfernungen noch deutlich zu hören war, geht es auf der Großbaustelle leiser zu – mit Rücksicht auf die stationär liegenden Patienten.

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