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Positives Ergebnis 85 Prozent der Unternehmen in der Region sind mit aktueller Geschäftslage zufrieden

Der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband sowie Wirtschaftsförderer aus der Region haben die Ergebnisse der Konjunkturumfrage 2023 vorgestellt. Optimistisch nach vorn schauen (v.l.) Helmut Loerts-Sabin, Henning Wessels und Tom Nietiedt.

Der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband sowie Wirtschaftsförderer aus der Region haben die Ergebnisse der Konjunkturumfrage 2023 vorgestellt. Optimistisch nach vorn schauen (v.l.) Helmut Loerts-Sabin, Henning Wessels und Tom Nietiedt.

Björn Lübbe

Wilhelmshaven - „Die Wirtschaft in der Region ist dank vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen breit aufgestellt. Deshalb sind wir hier auch recht gut durch die Pandemie gekommen – und 2023 wird kein Katastrophenjahr, obwohl wir uns am Rande einer milden Rezession bewegen“, sagt Unternehmer Tom Nietiedt, Präsident des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbands Jade (AWV), nach Auswertung der Wirtschaftsumfrage (siehe Info). Gemeinsam mit Helmut Loerts-Sabin vom Wirtschaftsförderkreis Harlingerland und AWV-Hauptgeschäftsführer Henning Wessels schaut er beim Pressegespräch optimistisch nach vorn.

130 Unternehmen beteiligten sich an Wirtschaftsumfrage

In Kooperation mit dem Wirtschaftsförderkreis Harlingerland und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Varel hat der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade seine jährliche Wirtschaftsumfrage verschickt und ausgewertet. Beteiligt haben sich 130 Unternehmen mit insgesamt rund 20 000 Beschäftigten – in einem Branchenmix, der einen breitgefächerten Einblick ermöglicht, so der AWV. Das entspricht einem Repräsentationsgrad von 25,4 Prozent.

Erfasst wurden aktuelle Daten, Fakten und Erwartungen aus den Unternehmen der Jade Wirtschaftsregion.

Neben aktuellen Themen hat sich die diesjährige Befragung mit der wirtschaftlichen Lage, der Prognose für die kommenden sechs Monate und der Bewertung der Standort-Rahmenbedingungen befasst.

Kostensteigerungen und Preiserhöhungen

Denn 85 Prozent der teilnehmenden Unternehmen bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als sehr gut oder gut. „Die gleiche Zahl hat für die nächsten acht Monate einen Auftragsbestand in solider Höhe und eine entsprechende Auslastung gemeldet, weil viele Unternehmen von der guten Nachfrage des Vorjahres profitieren und die Aufträge derzeit noch abarbeiten“, so Nietiedt weiter. Teilweise fehle es dafür jedoch an Mitarbeitern. „Und die Kostensteigerungen in diesem Jahr treffen alle – und erste Effekte der Lohn-Preis-Spirale sind spürbar.“ Preistreiber seien daneben die Energiekosten, teurere Rohstoffe und Materialien, so dass einige Branchen bereits eine nachlassende Auftragslage erkennen. Mehr als die Hälfte der antwortenden Unternehmen gibt an, wegen der drastischen Kostensteigerungen die Preise erhöhen zu müssen.

Immerhin erwarten 76,3 Prozent der Unternehmen, dass sich ihre wirtschaftliche Situation in den nächsten sechs Monaten verbessern wird, doch fast ein Viertel rechnet mit einer Verschlechterung der Lage.

Erfolgreiche Tourismusbranche muss sich anpassen

„Einer der größten Umsatzbringer in der Region ist die Tourismusbranche. An der Küste sind überall Bautätigkeiten zu sehen, viele investieren in mehr Qualität“, freut sich Helmut Loerts-Sabin. Auf der anderen Seite stelle die Mitarbeitergewinnung wie in allen Branchen eine der wichtigsten Aufgaben dar. Die Personalprobleme führen bereits zu Veränderungen: „Die Unternehmen reagieren mit kürzeren Öffnungszeiten, mehr Selbstbedienung oder neuen Geschäftsmodellen.“

„Bei allen Ansiedlungsanfragen ist unter den Top 3 immer auch die Frage nach den Fachkräften in der Region und möglicher Qualifikation“, ergänzt Henning Wessels. Er appelliert an alle Unternehmen, mehr Flexibilität zu zeigen, wenn es um Einstellungen geht. Mehr zum Thema Personal werde kommende Woche bei einem Termin gemeinsam mit der Arbeitsverwaltung präsentiert.

In der Umfrage sollten die Unternehmen auch die aktuelle Arbeit der Ampel-Koalition in Berlin bewerten. Es sei wenig überraschend, dass es dabei überwiegend schlechte Noten gegeben habe. Die Hälfte gebe der Regierung die Noten ausreichend bis mangelhaft. Als Gründe nannte der AWV-Präsident unter anderem die diffuse Energiepolitik und ein kaum erkennbarer Bürokratieabbau.


Energiewende wird die Region voranbringen

Ein wesentlicher Grund für den optimistischen Blick nach vorn ist die Energiewende, von der Wilhelmshaven und die Region in hohem Maße profitieren würden. „Im engen Schulterschluss haben wir gemeinsam mit allen Akteuren den Energy Hub Wilhelmshaven im politischen Berlin präsentiert“, so Tom Nietiedt. „Wir werden inzwischen bundesweit wahrgenommen und sind eine der Zukunftsregionen in Deutschland!“ „Bei den Wirtschaftsförderern in der Region liegen zig Anfragen für Ansiedlungen vor“, ergänzt Henning Wessels.

Herausforderungen bleiben der Bürokratieabbau und die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, der Ausbau von Infrastruktur und die Digitalisierung, in der Region zudem die Ausweisung von Ansiedlungs- und die Suche nach Ausgleichsflächen.

Michael Halama
Michael Halama Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung
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