Wilhelmshaven - „Die vom Robert-Koch-Institut erwartete Erkältungswelle ist im vollen Gange“, sagt Allgemeinmediziner Klaus-Peter Schaps. Neben Erkältungen und Grippe-Erkrankungen spielt in dieser Jahreszeit auch Corona wieder eine große Rolle. Ein entsprechender Anstieg an Fällen ist auch in den Wilhelmshavener Arztpraxen spürbar, wie der stellvertretende Vorsitzende der Ärztekammer in Wilhelmshaven berichtet. „Corona ist im Alltag angekommen und spielt auch weiterhin eine Rolle“, sagt Schaps.

Ähnliche Entwicklungen bestätigt auch der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Christof Rübsamen. Wurden dem Amt zu Anfang Oktober, in der 40. Kalenderwoche, noch sieben neue Fälle gemeldet, so waren es zum Monatsende, in der 43. Woche, 31. In der 46. Kalenderwoche, zwischen dem 13. und 19. November, erreichten 96 neue Meldungen das Amt. Seit Anfang Oktober und bis Sonntag, 19. November, gab es 310 Krankmeldungen wegen Corona-Erkrankungen in hiesigen Praxen. Die tatsächliche Zahl der Erkrankten wird aber wohl weit höher sein. Denn: Eine allgemeine Meldepflicht nach einem positiven Testergebnis besteht nicht mehr, und die beste Methode eine Infektion festzustellen ist ein Selbsttest aus Apotheke oder Drogerie. Diese seien inzwischen zuverlässig. „An den Krankmeldungen zeigt sich aber, dass Corona derzeit leider einige Menschen für eine gewisse Zeit außer Gefecht setzt“, sagt Rübsamen.

Schaps warnt davor, das Virus zu sehr zu unterschätzen: „Die aktuell umlaufende Variante drückt sich meist in milden Verläufen aus, trotzdem sollte sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Alte und vulnerable Menschen sind weiter gefährdet“. Deshalb sei es wichtig, sich bei Erkältungssymptomen zu Hause zu testen und nicht ohne telefonische Anmeldung in die Arztpraxen zu gehen. Gerade in den Wartezimmern könnten sich auch Patienten aufhalten, die durch schwere Vorerkrankungen wie Krebs ein besonders schwaches Immunsystem haben.

Wenn man weiß, dass man an Corona, einer Grippe oder starken Erkältung erkrankt ist, solle man bestenfalls nur mit einer FFP2-Maske einkaufen gehen und den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Zudem gebe es weiterhin die Möglichkeit, sich telefonisch krankschreiben zu lassen. Die Maske sei das beste Mittel und schütze auch vor anderen Erkrankungen. „Wer eine Maske trägt, muss sich drei Jahre nach Beginn der Pandemie nicht mehr schämen“, betont der Allgemeinmediziner.

Eine weitere Möglichkeit, sich zu schützen, ist die Auffrischung der Schutzimpfung, wie sie weiter für Menschen über 60 und chronisch Kranke empfohlen wird. „Der Abruf der Impfstoffdosen ist momentan deutlich geringer, als es das Bundesgesundheitsministerium erwartet hat“, sagt Rübsamen.

Hendrik Suntken
Hendrik Suntken Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung