Wilhelmshaven - Wenn man das Wort im Zusammenhang mit der Situation der Fedderwarder Ortswehr bemühen will, kann man von einer Brandrede von Ortsbrandmeister Andreas Ohrenberg sprechen. Seinem Jahresbericht war anzumerken, wie sehr ihm die Situation der Wehr auch persönlich nahe geht. Eindringlich forderte er bessere Bedingungen für die Feuerwehrleute in Fedderwarden ein.

Dazu gehört nicht nur das dringend benötigte neue Gerätehaus, sondern auch funktionierende, grundlegende Ausrüstung wie Funkgeräte und Handlampen. Der Geldmangel der Stadt dürfe nicht zu Lasten der Sicherheit von Bevölkerung und Feuerwehrleuten gehen, so Ohrenberg. So sei der Funkverkehr im Löschgruppenfahrzeug 8 kaum zu verstehen. Auch die Akkus vieler Handfunkgeräte seien altersschwach und müssten längst ausgetauscht sein.

Dies sei mit Hinweis auf den baldigen Ersatz durch modernen Digitalfunk allerdings nicht geschehen. Digitalfunk gibt es bei der Fedderwarder Wehr bislang nicht, wohl aber die fortbestehenden Missstände – auch im Bereich der Handlampen. Es seien zwar einige instandgesetzt worden, dennoch sei der Ausfall weiterer Lampen und Funkgeräte absehbar, so Ohrenberg, der anfügte: „Da kann man fast schon froh sein, dass das LF 8 häufiger gar nicht erst anspringt.“ Die Situation, unter der die Feuerwehrleute ihr Ehrenamt verrichten müssten, sei kein unglück­licher Zustand, sondern eine Katastrophe. Ähnliches gelte auch für das Gerätehaus, dass schon lange nicht mehr gängigen Standards entspreche und dies nicht nur in Hinsicht auf dessen baulichen Zustand. Die Jugendfeuerwehr zählt derzeit 17 Jugendliche im Alter zwischen zehn und 15 Jahren, davon sechs Mädchen. Diese hätten nicht mal einen separaten Umkleideraum zur Verfügung. „Hier müssen wir einfach bessere Bedingungen bekommen“, sagte Ohrenberg. Die Gesamtsituation mache ihn verzweifelt und ratlos. „Lassen Sie uns nicht im Stich“, appellierte der Ortsbrandmeister an die Stadt Wilhelmshaven und dessen Vertreter vor Ort, Stadtrat Dr. Jens Graul.

Beeindruckt von der Ansprache Ohrenbergs zeigte sich Stadtbrandmeister ­Mi­chael Feist, der erst seit neun Monaten im Amt ist. „Bislang habe ich nicht gewusst, wie ernst die Lage hier ist, aber das sind Zustände, die wir so nicht hinnehmen können.

Wenig Hoffnung auf kurzfristige Verbesserungen konnte den Feuerwehrleuten jedoch Dr. Graul machen. Für 2013 seien wegen der angespannten Haushaltslage für Investitionen in die Feuerwehr keine Haushaltsmittel vorgesehen. Erst 2014 seien im Etat 10 000 Euro für die Planung eines neuen Gerätehauses vorgesehen.