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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

Marinemusikkorps reif fürs Museum

15.02.2013

Wilhelmshaven Schon jetzt steht fest: Am 20. März 2014, also in gut einem Jahr, gibt das Marinemusikkorps Nordsee in der Stadthalle Wilhelmshaven sein allerletztes Konzert. Danach wird das Musikkorps, das seit 1957 ununterbrochen in Wilhelmshaven ansässig ist, das seitdem Schiffsbesatzungen verabschiedet oder empfangen und die Bevölkerung bei zahlreichen Anlässen erfreut hat, aufgelöst. Ab dem 1. April 2014 gibt es das Marinemusikkorps Nordsee nicht mehr.

Bis zu diesem Zeitpunkt bleibe das Marinemusikkorps Nordsee, so dessen Leiter, Fregattenkapitän Lutz Bammler, in voller Stärke erhalten. Derzeit beträgt die Soll-Stärke 49 Soldatinnen und Soldaten, einige Stellen seien unbesetzt. Was danach aus den noch aktiven Musikerinnen und Musikern wird, das weiß Fregattenkapitän Bammler, der das Musikkorps seit zehn Jahren leitet, noch nicht.

Personaldecke dünn

Auch seine künftige Verwendung in der Bundeswehr sei noch unklar, weil das Musikkorps, für das er vorgesehen war, ebenfalls aufgelöst wurde. Von den derzeit noch 18 Musikkorps bleiben künftig 13 erhalten.

Jüngst seien die Mitglieder des Musikkorps’ nach ihren Wünschen befragt worden. Es könne durchaus sein, dass Marinemusiker, zum Beispiel aus dem Süddeutschen, nach dem 31. März 2014 Gelegenheit haben, wieder näher an ihren Geburtsort zu kommen, meint Bammler. Entschieden werde das letztlich vom Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr.

Die Möglichkeit, dass Mitglieder des Musikkorps’ schon vor der Auflösung vereinzelt auf freie Stellen in anderen Musikkorps versetzt werden können, schließt Bammler im Prinzip aus. Die Personaldecke im Marinemusikkorps Nordsee sei nicht so dick, dass „man schon jetzt auf einzelne Musiker verzichten“ könne“ Für die Musiker bedeute die Auflösung etwas „Neues und Unerwartetes“. Was den künftigen Einsatz an anderen Standorten betrifft, verwies Bammler auf die Tendenz bei den Bundeswehrangehörigen zu pendeln. Den Anteil der Pendler bezifferte er auf 50 Prozent.

Bammler sagte, er habe zehn schöne Jahre mit dem Marinemusikkorps verbracht. Als einen der Höhepunkte in seiner Zeit als Chef des Marinemusikkorps bezeichnet er das Konzert im Jahre 2008 im kanadischen Fort Levis, wo, passend zu Händels Feuerwerksmusik, das Gelände illuminiert wurde.

Beim Wilhelmshavener Publikum, bei dem seit der Ankündigung der Auflösung „das Interesse für das Marinemusikkorps wieder gewachsen ist“, wolle man sich mit einem „Paukenschlag“ verabschieden. Es soll am 20. März ein besonderes Konzert werden – möglicherweise zusammen mit ehemaligen Mitgliedern des Marinemusikkorps. Bammler betonte, es gebe nur noch eine Stadt in Deutschland, in der das Musikkorps so etabliert sei wie in Wilhelmshaven. Das sei Garmisch-Partenkirchen.

Zum Abschlussprogramm des Marinemusikkorps’ Nordsee gehören noch zwei Auslandsreisen – nach Finnland und in die Normandie aus Anlass des D-Days 2013 – und zwei innerdeutsche Tourneen.

In Wilhelmshaven eröffnet das Marinemusikkorps wieder die Kurkonzerte im Mai, spielt das Weihnachtskonzert in der Stadthalle und das Neujahrskonzert im Gorch-Fock-Haus.

Auch danach möchte das Marinemusikkorps Nordsee, dessen Aufgaben in der norddeutschen Region vermutlich vom Heeresmusikkorps Hannover oder dem Luftwaffenmusikkorps Münster übernommen werden, in Wilhelmshaven präsent sein.

Der Militärmusik verbunden

Es werde überlegt, wie dem Musikkorps im Deutschen Marinemuseum ein ehrenvoller Platz eingeräumt werden könne, sagte Bammler. Schließlich ist die Militärmusik mit Wilhelmshaven praktisch seit der Stadtgründung fest verbunden.

Im Oktober 1871 wurde in Wilhelmshaven auf Weisung Kaiser Wilhelms I. ein ständiges Marinemusikkorps unter der Bezeichnung „Musikkorps der II. Matrosendivision“ aufgestellt. Zu seinem Leiter wurde Carl Latann bestimmt. Latann dirigierte auch das erste Konzert in Wilhelmshaven im Jahre 1872. Von ihm stammt der berühmte Marsch „Frei weg“.

Mit der historischen Aufarbeitung der Militärmusik in Wilhelmshaven befasst sich auch Major Dr. Manfred Heidler, Mitarbeiter im Dezernat Militärmusik in Bonn.

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