Wilhelmshaven - Ein Bild mit Seltenheitswert: Zwei Schiffsoldies gaben sich jetzt ein „Rendezvous“ vor der Einfahrt des Marinestützpunktes Wilhelmshaven. Der Tanker „Spessart“ lag während einer Einsatzpause auf Reede, die „Rhön“ drehte mit Schlepperhilfe eine Begrüßungsrunde um ihr Schwesterschiff. Die „Rhön“ befindet sich derzeit zu Erprobungsfahrten in See.
Schwimmende Tankstelle
Die Betriebsstofftransporter der Klasse 704, „Rhön“ und „Spessart“ sind wichtige Service-Dienstleister für Kampfschiffe in See. Ihre Hauptaufgabe ist es, diese Einheiten während der Einsätze mit Kraftstoff zu versorgen. Ihr weithin sichtbares Kennzeichen als „schwimmende Tankstelle“ ist der große bügelartige Mast, der speziell für das Replenishment-at-sea (RAS), die Abgabe flüssiger Güter in See, konzipiert wurde. An ihm hängen Stahlseile und Versorgungsschläuche zur möglichst schnellen und sicheren Übergabe von Treibstoff. Einer der Flottentanker kann damit zwei Schiffe in Fahrt gleichzeitig betanken. Im Leistungsangebot dieser Tankschiffe gehört auch die Übergabe von Frischwasser, Schmierölfässer, Proviant- und Munitionsboxen. Beide Einheiten dieser Klasse wurden bereits in den siebziger Jahren als zivile Tankschiffe Okene und Okapi für die dänische Reederei Terkildsen & Olsen gebaut, kamen aber nie in Fahrt.
Ende der Dienstzeit
Stattdessen wurden sie nach kurzer Zeit zum Verkauf angeboten und 1976 von der Bundesmarine erworben, die sie 1977 als „Rhön“ (A1413) und „Spessart“ (A1412) in Dienst stellte. Beide Schiffe gehören zum Trossgeschwader der deutschen Marine, wobei die „Rhön“ in Wilhelmshaven und die „Spessart“ in Kiel beheimatet sind. Für die Schiffsklasse 704 ist das Ende ihrer Dienstzeit für die Deutsche Marine absehbar, denn zwei neue Marinetanker sind in der Planung bzw. im Bau. Die neuen Transportschiffe werden als Doppelhüllentanker gebaut und fallen deutlich leistungsstärker aus als die „Rhön“-Klasse. Die zwei Einheiten des designierten Typs 707 sollen den Projektplanungen zufolge der deutschen Flotte über die 2050er-Jahre hinaus zur Verfügung stehen, wie aus Marinekreisen zu hören ist.
