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MEDIZIN Leitende Ärzte stellen sich hinter Brost

Wilhelmshaven

/GA

Die Leitenden Ärzte des städtischen Reinhard-Nieder-Krankenhauses sowie die Aufsichtsratsvorsitzende Ursula Aljets haben sich gestern ausdrücklich hinter RNK-Verwaltungschef Prof. Jörg Brost gestellt. Im Zusammenhang mit den personellen Problemen in der Frauenklinik war Kritik an Brost aufgekommen. Zuletzt hatte die ärztliche Leitung des katholischen St. Willehad-Hospitals der RNK-Verwaltung vorgeworfen, Hilfeangebote abgewiesen zu haben.

Die Leitenden Ärzte der Kliniken und Abteilungen des RNK weisen den in der öffentlichen Diskussion entstandenen Eindruck als unzutreffend zurück, die personellen Probleme der Frauenklinik seien ausschließlich in der Person des RNK-Geschäftsführers begründet. Bekanntlich hatte der bisherige Chefarzt Ende 2008 zum 30. Juni 2009 gekündigt. Bislang ist es noch nicht gelungen, die Stelle wiederzubesetzen.

In der aktuellen Situation im Gesundheitswesen in Deutschland sei es äußerst problematisch, hochqualifizierte Mitarbeiter insbesondere für Leitungspositionen zu gewinnen, betonen die Mediziner. „Eine letztendlich unvorhergesehene Kündigung eines Chefarztes führt, unabhängig von bestehenden Begleitumständen, in der heutigen Zeit zu extremen Engpässen, die schwer zu kompensieren sind.“

Das sei für das RNK besonders schwer, da die Frauenklinik sehr hohen Ansprüchen genügen müsse. Hierzu gehört die Betreuung von Risikogeburten aller Art in Zusammenarbeit mit der Kinderklinik. Zudem müssten die Bewerber die Kriterien eines Brustzentrums erfüllen.

Diese Strukturen, die in den vergangenen Jahren aufgebaut worden seien, gelte es auch für die Zukunft aufrecht zu erhalten und auszubauen, fordern die Leitenden Ärzte. „Der Geschäftsführer des RNK war bezüglich der Weiterentwicklung und Zukunftsorientierung unseres Krankenhauses immer ein harter, aber auch konsequenter und sehr verlässlicher Verhandlungspartner.“

Aufsichtsratsvorsitzende Ursula Aljets (SPD) wirft den medizinisch Verantwortlichen im St. Willehad-Hospital „Polemik gegen das Reinhard-Nieter-Krankenhaus“ vor. Der Ärztliche Direktor Dr. Klaus Raab hatte anlässlich eines Besuchs von CDU- Frauen die Ansicht vertreten, dass es genügend Bewerber für die Chefarztposition in der RNK-Frauenklinik gebe. „Aber natürlich müssen die Konditionen stimmen . . .“


Zudem hatte Raab gesagt, dass das St. Willehad angeboten habe, dem RNK eigene Mediziner auszuleihen, um den Engpass dort zu beheben. Diese Aussage hatte Oberbürgermeister Eberhard Menzel als unzutreffend zurückgewiesen. Niemand in Stadtverwaltung oder RNK habe ein entsprechendes Angebot bekommen. Raab bekräftige gestern gegenüber der WZ seine Aussage. „Wir haben Hilfe angeboten und wir stehen auch weiterhin zu unserem Angebot.“

Ursula Aljets lobt die gute Arbeit von Prof. Brost, der stets trotz Widrigkeiten erfolgreich um eine „hervorragende wirtschaftliche Aufstellung“ des RNK gerungen habe. Der CDU-Ratsfrau Ursula Glaser, ebenfalls Mitglied im RNK-Aufsichtsrat wirft Aljets vor, beim Besuch im St. Willehad nichts zur Aufklärung des Sachverhaltes beigetragen zu haben. Schließlich habe Frau Glaser zusammen mit zwei weiteren Aufsichtsratsmitgliedern die Anstellung zweier möglicher neuer Chefärzte verhindert.

FDP-Fraktionschef Dr. Michael von Teichman hat unterdessen die Haltung von OB Menzel als „unakzeptabel“ zurückgewiesen. Es sei nicht hinnehmbar, wenn der OB sich „derart herablassend und aggressiv“ gegenüber Ärzten des St. Willehad äußere. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Susanne Bauermeister wirft dem RNK ein „schlechtes Krisenmanagement“ vor. Offenbar seien Geschäftsführung und der mit Laien besetzte Aufsichtsrat überfordert, mutmaßt von Teichman. Die FDP werde im Rat einen Antrag auf Privatisierung des RNK stellen.

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