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MENSCHEN Peter Falk im Hotel aufgespürt

In dem neuen Buch des Wilhelmshaveners sind 29 Interviews abgedruckt. Darunter sind Gespräche mit Götz George, Senta Berger und Peter Ustinov.

VON BARBARA SCHWARZ

Wilhelmshaven

„Richtige Leute zur richtigen Zeit“, so heißt ein jetzt im DuMont Buchverlag erschienenes 160 Seiten starkes Buch des Wilhelmshaveners Horst Stellmacher, in dem 29 seiner unendlich vielen Promi-Interviews abgedruckt sind, die er in den letzten zehn Jahren für den Kölner „Express“ auf der Terrasse des Savoy Hotels über den Dächern von Köln nahe am Dom geführt hat.

Es ist eine Auswahl seiner wöchentlich als „Talk am Sonntag“ erschienenen Gespräche, angeführt von Senta Berger, über Daniel Brühl, Elke Heidenreich, Frank Schätzing, Goetz George, Peter Ustinov, Ralph Giordano bis hin zu Ulrich Wickert und Mariele Millowitsch.

Diese Prominenten-Interviews waren für den heute 65-jährigen Redakteur Krönung und Abschluss eines abwechslungsreichen Journalisten-Lebens. Eines Lebens, das auch davon bestimmt war, die richtigen Leute zur richtigen Zeit zu treffen. Der Start in dieses Leben war für Horst Stellmacher wie für viele Kriegskinder alles andere als einfach. Vor den Augen seiner mit ihm hochschwangeren Mutter war sein Vater 1944 als Flieger im 2. Weltkrieg tödlich abgestürzt. Die Mutter zog den Jungen allein groß und war froh, ihm die Mittlere Reife ermöglichen zu können.

Sein Berufsweg fürte auf Umwegen zum Journalismus. Neben der beruflichen Ausbildung bei Krupp schrieb Horst Stellmacher über goldene Hochzeitspaare und 90-jährige Wilhelmshavener, über Hafenkonzerte und Jugendthemen. Am Oldenburg-Kolleg in Delmenhorst holte er das Abitur nach.

Stellmacher wurde Bundestagsassistent des SPD-Abgeorneten Johann Cramer. Es folgten Studienjahre (Politik, Soziologie, Philosophie und Psychologie) in Gießen. Die berufliche Tätigkeit als Kulturreferent in Korbach/Hessen führte ihn direkt in die Kulturredaktion des Berliner Boulevardblatts BZ. Dort war er neben der Gestaltung der Fernsehseite bereits für Prominenten-Interviews zuständig. Ob Hildegard Knef, Harald Juhnke oder Herbert von Karajan – wer in Berlin als Prominenter lebte oder tätig war – Horst Stellmacher hat sie alle interviewt.


„Das war damals noch verhältnismäßig einfach. Da hatte noch nicht jedes kleine Sternchen seinen Pressesprecher und seine Manager, die es abschirmen“, erinnert sich Stellmacher. Seine Erfahrung in all den Jahren als „Promi-Flüsterer“: Je prominenter jemand war, desto einfacher war es meist mit dem Gespräch. „Man muss nur Vertrauen aufbauen.“ Oder auch mal ein wenig frech sein, um den Kontakt herzustellen. Um an Peter Falk heranzukommen, der 1987 unter Wim Wenders in Berlin „Der Himmel über Berlin“ drehte, rief er einfach im Hotel Kempinski an und verlangte den Star aus den USA zu sprechen. Ganz privat. Das klappte auf Anhieb. „Falk freute sich“, so Stellmacher, „ dass er mal mit jemandem reden konnte. Er wurde damals schon so abgeschirmt, wie heute jeder kleine Soap-Opera-Darsteller.“

Auch jetzt im „Ruhestand“ will Horst Stellmacher weiter arbeiten und Promis interviewen. Mehr Zeit möchte er für Aufenthalte mit Frau Gabriele – Sohn Jan, 31, arbeitet als Reporter in Bonn – in seiner Wohnung am Wilhelmshavener Südstrand finden. Der Schreibtisch steht direkt am Fenster mit Blick auf den Jadebusen.

Stellmacher bleibt seiner Stadt treu, selbst wenn ihm Köln in den zehn Jahren nach Berlin wirklich zur zweiten Heimat wurde. „Die Stadt erinnert mich auch immer an Wilhelmshaven. Nicht überall schön, aber die Menschen sind nett und herzlich.“

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