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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

Mit feinem Pinsel auf Spur des Meisters

11.10.2006

Hinter der Wand türmen sich Gerüste. Vom Altar ist nichts zu sehen. Er ist „eingehaust“, um auch ihn vor Schäden zu schützen.

Auf den Gerüsten sind Christiane Maier und Silke Heinemann an der Arbeit. Die beide jungen Frauen sind Restauratorinnen, die bei der Lübecker Fachfirma Butt angestellt sind. Seit Anfang September ist die St. Stephanus-Kirche ihr Arbeitsplatz.

Sie setzen eine Aufgabe fort, die ihre Vorgänger vor 30 Jahren in Gang gebracht haben. Bei der Restaurierung 1976 war eine Kalkschicht von den Wänden gefallen. „Dahinter wurde es bunt“, berichtet Pfarrer Ehlers.

Die ursprüngliche, spätromanische Bemalung der 1420 erstmals erwähnten Kirche kam wieder ans Licht. Ornamente, die die Bauform vervollständigten, wurden ebenso sichtbar wie figürliche Darstellungen von biblischen Geschichten, Heiligendarstellungen wie der schön gemalte Lockenkopf, und ein Christuszyklus.

Sie waren in der Reformationszeit weiß übertüncht worden. 400 Jahre später war die alte Bemalung von hohem kunsthistorischen Wert. Die Fresken galten auch in ihren spärlichen Resten als einzigartig in Norddeutschland. Und es zeigte sich, dass der unbekannte Maler ein Meister seines Fachs war, der auf kleinstem Raum dichte und zugleich filigrane Darstellungen zu komponieren vermochte. „Für Fresken ist das ungewöhnlich. Offenbar hat er sein Handwerk bei einem Glasmaler gelernt,“ erklärt Enno Ehlers.

Zwei Jahre dauerte der Versuch, für die Nachwelt zu retten, was fast verloren war. Dabei achtete der Denkmalschutz darauf, dass nur Vorhandenes konserviert wurde. Ergänzungen, die dem Betrachter das ursprüngliche Bild anschaulich machen könnten, waren nicht gestattet.

In jüngster Zeit begann es in den Ecken der Bögen zu bröckeln. Im Chorraum drohten Teile der Malerei abzuplatzen, einige lösten sich auch von der Wand. Deshalb wurde die Lübecker Fachfirma beauftragt, den kostbaren Wandschmuck zu festigen und „vorsichtig zu rekonstruieren, was zu rekonstruieren ist“, so Ehlers.

Für die beiden Restauratorinnen macht gerade dies das Besondere am Fedderwarder Auftrag aus. Es gebe viele Kirchen, in denen von der alten Bemalung so wenig erhalten sei, sagen Silke Heinemann und Christiane Maier, während sie mit feinem Pinsel dem Werk des alten Meisters nachspüren. Aber es gebe wenige, wo es so auch präsentiert werde. Meistens sei im 19. Jahrhundert nachgebessert worden.

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